Leserbrief

Schreddern im Jahr 2000

Im Februar 2000 mussten die SPÖ-Minister ihre Sessel räumen. Wie sich das abspielte, kann im Buch "Die Wende ist geglückt" von Andreas Khol nachgelesen werden. Ich zitiere daraus: "... Im Innenministerium hatte der Minister keine Zeit für die Amtsübergabe, es funktionierte kein Telefon mehr. Im Ministerbüro waren alle Kommunikationssysteme funktionsuntüchtig, alle Dateien gelöscht, Festplatten entfernt... Den Vogel schoss, wie immer, Edlinger (Anm.: SPÖ - Finanzminister) ab ... Als K. H. Grasser sein Büro beziehen wollte, funktionierte das Telefon nicht. Alle Software war in allen PC-Systemen entfernt worden. Darauf angesprochen bestätigte Edlinger das Ganze mit den Worten: "'I hob die Nummer von meiner Tochter eingspeichert ghobt, i wüll net, dass der Grasser mit ihr telefonieren kaunn' ..."
Verglichen mit diesen Vorfällen, die ohne juristische Folgen blieben, nimmt sich der momentane Wirbel um ein paar geschredderte Festplatten eigentlich komisch aus. Hat das Ganze vielleicht doch nur mit der Sauregurkenzeit zu tun?


Arno Müller, Hof bei Salzburg

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