Leserbrief

Sind wir wirklich Verlierer?

Zum Leserbrief von Frau Jahn in den SN vom 9. November ("Junge Mütter als Verlierer der Krise"):

Als freiberufliche Hebamme ist mir sehr wohl bewusst, wie groß die Unsicherheit bei den Frauen in dieser Zeit sein kann. Aber:

• Hebammengespräche waren und sind nach wie vor möglich
• Die Partner dürfen die Frauen nach wie vor zur Geburt begleiten
• Eine gute Betreuung im KH ist gewährleistet
• Viele Hebammen bieten Onlinekurse, bzw. Einzel-Geburtsvorbereitung und Einzel-Rückbildungsgymnastik an
• Die MuKi-Pass Untersuchungen sind garantiert
• Die Nachbetreuung durch eine Hebamme zu Hause ist weiter möglich
Meine Beobachtung ist auch, dass die jungen Eltern die Besuchsbeschränkung (außer Vater niemand) sehr wohltuend empfinden.

Ich gebe auch zu bedenken, dass wir Frauen schon immer die Kinder auf die Welt bringen - ohne Kurse, ohne unablässige Internet-Infos, ohne regalweise kluge Bücher zu lesen ... und ..., dass die Geburt bis vor kurzem (ca. 35-40 Jahre) auch bei uns eine reine Frauenangelegenheit war und in vielen Ländern heute noch ist - gut begleitet durch erfahrene Frauen und/oder Hebammen.

Wir Frauen schaffen das! Unser Frauenkörper ist ein Wunderwerk! Seit Menschengedenken wächst neues Leben in uns heran. Und dieses neue Leben wird durch die Kraft des Frauenkörpers geboren (und nicht durch x-Kurse).

Und es ist eine Tatsache, dass wir keinen Krieg haben, keine Hungersnot, keine Bomben die unsere Häuser zerstört haben und wir müssen nicht ins Ungewisse fliehen und Todesängste um uns und unsere (ungeborenen) Kinder ausstehen.

Doppler Wilma, Hebamme, 4690 Oberndorf bei Schwanenstadt

Aufgerufen am 19.09.2021 um 07:10 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/sind-wir-wirklich-verlierer-95436439

Schlagzeilen