Leserbrief

Unwürdige politische Rechthaberei

Der Meinung von Frau Heidi Huber über die S-Link Streiterei ist voll inhaltlich zuzustimmen. Das Parteiengeplänkel in Salzburg ist langsam unerträglich. Stimmt die ÖVP für eine Lokalbahnverlängerung, ist die SPÖ, die noch vor nicht allzu langer Zeit dafür war, plötzlich dagegen, obwohl die roten Parteienvertreter und Vertreterinnen angeblich so für den Ausbau des öffentlichen Verkehrs sind.

Es geht hier offenbar nicht um die Menschen von Stadt und Land, sondern um politische Rechthaberei. Betrachtet man die Besucherfrequenz der S-Bahn in Salzburg, sieht man, dass dieses Projekt ein voller Erfolg ist. Wieso sollte dies bei einer Lokalbahnverlängerung in Nord-Süd-Ausrichtung anders sein?

Linz hat gerade eine neue Straßenbahnlinie von Linz nach Traun gebaut, ohne die Kostenproblematik zu dramatisieren. In Salzburg ist das Kostenargument ein Killerargument, zumindest dann, wenn es um so ein sinnvolles Projekt wie die Lokalbahnverlängerung geht. Wobei hier auch interessant wäre, welche Bahnen zum Vergleich der explodierenden Kosten herangezogen wurden? Es macht nämlich einen beträchtlichen Unterschied, sowohl technisch als auch preislich, ob eine U-Bahn oder eine Stadtbahn gebaut wird. Mit dieser Verhinderungspolitik der SPÖ wird die Verkehrsmisere im Umkreis der Stadt bestehen bleiben und damit auch im Stadtgebiet.

Natürlich geht es hierbei um eine weitreichende Entscheidung, die überlegt gehört. Nur: 40 Jahre Überlegungsfrist ist eigentlich lange genug. Überfüllte Obusse, Straßen und endlose Staus sind Zeugnis für politische Fehlentscheidungen und einer Touristenstadt wie Salzburg unwürdig.


Rosanna Weiser, 5111 Bürmoos

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