Leserbrief

Warum werden die Argumente, Einwände und Sorgen der Köstendorfer nicht zur Kenntnis genommen?

Sehr geehrte Redaktion! In Ihrer Lokal-Kolumne vom 12. 10. "Der Steinkrebs wirft ein paar Fragen auf" wurde von Ratlosigkeit gesprochen. Sie fragen sich, weshalb so kleine Tierchen ein solches Projekt verhindern können.
Ratlos sollte man sein, weshalb wir Köstendorfer solche Tiere brauchen und unsere Argumente, Einwände und Sorgen nicht zur Kenntnis genommen worden sind. Die Leute, die kritisieren, sind niemals vor Ort gewesen sind. Auch werden Sie ein Förderband nie in voller Lautstärke bei der Arbeit erlebt haben oder nur im Softmodus bei einer Betriebsführung!
Es geht nicht in erster Linie um die Steinkrebse, sondern um die Menschen, die hier wohnen, um die Grundwasserversorgung, die Lärm- und Staubbelästigung, die Unmöglichkeit einer ordnungsgemäßen Lagerung auf dem Tannberg (Gutachten), vor allem aber um die lange Liste der gegebenen aber gebrochenen Versprechen der ÖBB: Aus ursprünglich acht Jahren Bauzeit wurden 17 Jahre, der versprochener Abtransport mit der Schiene wurde gestrichen und die gesamte Belastung des Baues dem kleinen Dorf Köstendorf aufgebürdet.
Zum Vergleich hat der Gotthard Tunnel mit 57 km Länge ebenfalls eine Bauzeit von 17 Jahren gehabt.
Und wenn jetzt getan wird, als sei das Projekt gestorben und welche meinen, dass wir das große Los gezogen hätten, so sei gesagt: Köstendorf hat weiter große Belastungen zu ertragen und es gibt noch genug zu verbessern: Den Abtransport des Aushubmaterials - der sollte klimafreundlich mittels der Schiene erfolgen - und die Begrenzung der Bauzeit (möglich sind fünf Jahre).

Dr. Helmut Wakolbinger, 5203 Köstendorf

Aufgerufen am 02.12.2021 um 07:47 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/warum-werden-die-argumente-einwaende-und-sorgen-der-koestendorfer-nicht-zur-kenntnis-genommen-77780371

Schlagzeilen