Leserbrief

Wer hindert uns?

Eine Mehrheit der Österreicher ist der Ansicht, dass für den alarmierenden Klimawandel die Treibhausgase verantwortlich sind und weiß auch, dass der Straßenverkehr dazu einen entscheidenden Anteil von etwa 30 Porzent beiträgt. Der Spritverbrauch von Kraftfahrzeugen steigt überproportional mit der Fahrgeschwindigkeit und ebenso steigen die Emissionen von Treibhausgasen. Auch der Abrieb von Reifen und Bremsbelägen gehorcht diesem einfachen Zusammenhang. Es erfordert also wenig Überlegung, um herauszufinden, dass bei einer Geschwindigkeit von 140 km/h deutlich mehr Schadstoffe emittiert werden als bei 100 km/h. Schwerwiegender sind auch die Unfallfolgen für Mensch und Fahrzeug bei Kollisionen mit erhöhter Wucht. Bemerkenswert ist, dass der zurückgelegte Weg, um ein Fahrzeug von 140 km/h auf 100 km/h herunter zu bremsen etwa gleich lang ist wie der Bremsweg von 100 km/h bis zum Stillstand.
Unter den erforderlichen Maßnahmen für Österreich zur Erreichung der Klimaziele wird als einer der Kernpunkte die Reduzierung der erlaubten Höchstgeschwindigkeit auf Autobahnen und Freilandstraßen genannt. Wenn schon unser Bundesminister für Verkehr und Innovation die Erkenntnisse von Fachleuten nicht ernst nimmt und sogar kontraproduktive Maßnahmen setzt, so liegt es im Ermessen eines jeden Einzelnen, selbst einen Beitrag zu leisten oder ein Zeichen zu setzen. Wenn ich schon nicht meinen Kaugummi auf den Boden spucke und meine Zigarettenstummel und Getränkedosen nicht achtlos wegwerfe, so könnte ich doch auch auf meinen Autobahnfahrten statt mit 130 oder 140 km/h zu fahren auch mit 100 km/h unterwegs sein. Zu einer Fahrt von Salzburg zu einem Termin nach Linz müsste ich dann lediglich um sieben Minuten früher starten. Ich würde weniger Kraftstoff verbrauchen, weniger Schadstoffe erzeugen und weniger Lärm verursachen. Als Nebeneffekt schont dies auch noch meine Nerven.

Österreich selbst habe sich in der integrierten Klima- und Energiestrategie mit einer Senkung der Treibhausgasemissionen von 36 Prozent von 2005 bis 2030 hohe Ziele gesetzt. Dazu brauche es zusätzliche wirksame Maßnahmen. Laut Umweltbundesamt ist der Verkehr in Österreich zudem der größte Verursacher von Stickoxiden und Emissionen, Pkws und Lkws sind damit Hauptverursacher für Überschreitungen von Emmissionsgrenzwerten für Stickstoffdioxid.


DI Dr. Theodor Stipek, 5020 Salzburg

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