Leserbrief

Wirtschaftliche und kundenorientierte Verkehrsbetriebe?

Je öfter ich mit den Salzburger Verkehrsbetrieben fahre, desto mehr bin ich mit unverständlichen Dingen konfrontiert. Hier nur zwei Beispiele. Für mich ist es aus meiner geschäftlichen Erfahrung heraus nicht nachvollziehbar, dass das Wagenmaterial derart unterschiedlich und deshalb teilweise für die Benutzer nicht einfach ist, da vielfach nicht klar und einheitlich in seinen Funktionen (Türöffner), was wiederum in der Produktion von solchen Fahrzeugen nicht gerade sehr ökonomisch und deshalb kostenintensiv ist.
Als ehemaliger Verantwortlicher eines Bahnbaumaschinen-Unternehmens, das für Eisenbahngesellschaften wie auch für städtische Verkehrsbetriebe in Serie Fahrzeuge fertigt, weiß ich, dass üblicherweise zwischen Herstellern und Kunden bei zu erwartenden Anschaffungen über mehrere Jahre und Stückzahlen Rahmenverträge abgeschlossen werden. Dies gewährleistet eine einheitliche Ausrüstung und Ausstattung, was sich wiederum im Preis niederschlägt. Der Produzent kann ökonomischer Material und Teile einkaufen und auch die Fertigung kann wesentlich wirtschaftlicher vorgenommen werden. Dies bedingt dann natürlich auch einen geringeren Einzelanschaffungspreis für den Kunden, z. B. statt Nachrichten von gestern auf einem Bildschirm im Bus lieber einheitliche Möglichkeit, Türen zu öffnen.

Ein zweiter Punkt, der mir immer wieder auffällt, ist das spurlose Verschwinden von Linienbussen und Obussen im vielgepriesenen App Qando. Die Zuverlässigkeit ist sehr gering und führt immer wieder zu ärgerlichen Situationen für Fahrgäste, was wiederum nur durch die verantwortliche Softwarefirma behoben werden kann. So wollte ich z. B. mit einem Bus der Linie 27 vom Hanuschplatz in Richtung Walserfeld fahren. Die Abfahrtszeit wurde mir minütlich reduziert angezeigt, verschwand jedoch plötzlich komplett. Nach weiteren ca. acht Minuten fuhr ein Bus der Linie 27 in die Haltestelle ein und der Fahrer stieg aus und entfernte sich. Kurz darauf erschien ein anderer Fahrer, ins Gespräch mit einem Kollegen oder Freund vertieft, und machte keine Anstalten wegzufahren. Auf meine höfliche Frage, warum er denn trotz Verspätung nicht abfahre, zeigte er mir auf seinem Display eine Abfahrtszeit in einigen Minuten. Der vorne rechts neben ihm sitzende Kollege oder Bekannte schrie daraufhin: "Haun aussi!" - gemeint war ich!

Meiner Meinung nach hätte der Fahrer den rabiaten Fahrgast (?) zurechtweisen müssen. Da ich mir dies nicht gefallen lassen wollte, habe ich an das Kundenservice der Salzburg AG geschrieben, welche zwei Mal meine Beschwerde mit genauen Angaben über den Bus und den Zeitpunkt des Vorfalls an die Partnerfirma Albus weitergab. Jedoch erfolgte von dieser keine Reaktion!Die Salzburger Stadtwerke täten gut daran, sich ihre Partner besser auszusuchen oder zu schulen.
Erwin Stocker

, 5020 Salzburg

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