Leserbrief

Wirtschaftliche und politische Verantwortung für die 380kV- Leitung

Nun heuer soll es so weit sein, die über 30 Jahre geplante 380kV-Leitung soll bzw. wird gebaut.
Dafür gibt es zwei Verantwortungsbereiche. Einerseits die wirtschaftliche, andererseits die politische Verantwortung.
Die wirtschaftliche ist aus Salzburger Sicht schwer nachzuvollziehen, wenn sogar die Versorgung ohne funktionierender 220kV-Leitung möglich ist.
Die Energiewende wird eine Rolle spielen - nur hat man vor 30 Jahren schon davon gewusst?
Hauptsächlich wird damit eine große Stromwaschmaschine angeworfen, die wiederum dem Verbund und damit dem Staat viel Geld bringt.

So und nun zum zweiten Verantwortungsbereich - dem politischen!

Nachdem während der langjährigen Vorbereitungen der Trassenfindung viele Köche den Brei ordentlich verdorben haben, wurde mit dem EU-Beauftragten Adamowitsch versucht, durch einen neutralen Fachmann eine Trasse von Elixhausen nach Kaprun zu finden.

Dieser ging auch unter Berücksichtigung der Topografie zu werke und plante "leider" über die Gemeinden Eugendorf, Plainfeld, Hof und Koppl den ersten Teil dieser Trasse.
Dies rief wichtige Persönlichkeiten aus den Gemeinden Plainfeld und Hof auf den Plan.
Es wurde heftig interveniert und daraufhin Herr Adamovitsch zurückgepfiffen.
Als nächster Schritt wurde eine "unabhängige" Expertenkommission ins Leben gerufen und im Sommer 2010 die neue Trasse vorgestellt - nun ohne die Gemeinden Plainfeld und Hof, dafür aber über den Nockstein - als Planungsgebiet!!! Interessanterweise befanden sich aus diesen beiden Gemeinden Mitglieder in der Expertenkommission.
Man kann hier von politischer Vorteilnahme sprechen, wenn nicht sogar von mehr. Immerhin geht es um die Abwertung ganzer Landstriche und den darauf befindlichen Gebäuden und auf der anderen Seite durch den Abbau der bestehenden Leitung zu einer Aufwertung - also ein Millionendeal.
Da es also aus o.a. Gründen scheinbar keinen anderen Weg als über den Nockstein nach Kaprun gibt, stünde es der Salzburger Politik mehr als zu, eine Erdkabeltrasse für diesen Bereich zu verlangen.

Ein wichtiges ÖVP Mitglied hat zu mir gesagt, jede Trassenführung wird auf Gegner stoßen.
Damit mag er ja Recht haben, aber viel schlechter hätte man die Trassenfindung nicht ablaufen lassen können. Allein aus diesem Ablauf ergeben sich aktuell massive Widerstände, über die sich die Politik nicht wundern braucht.



Bez.Disp. Martin Urbanek, 5020 Salzburg

Aufgerufen am 02.12.2020 um 05:55 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/wirtschaftliche-und-politische-verantwortung-fuer-die-380kv-leitung-82946158

Schlagzeilen