Leserbrief

Zuwarten gefährdet Menschenleben

Nun haben wir ihn also, den Pflegeskandal. Schuld daran ist in erster Linie eine Politik, die den drohenden Kollaps des Pflegesystems nicht nur verschlafen, sondern schlichtweg bewusst ignoriert hat. Oder wie soll man sich sonst erklären, warum ein Reformpapier privater Träger vom Land nicht beachtet und Hilferufe von Pflegern/-innen und Angehörigen nicht gehört wurden? Stattdessen wurde die stattliche Summe von 8,6 Mill. Euro, entstanden durch Einsparung von leeren Pflegebetten - wie viele genau, dazu kann Schellhorn leider keine Zahlen liefern -, ins allgemeine Budget des Landes überführt! Ja, geht's noch?

Der Skandal gehört selbstredend lückenlos aufgeklärt. Gleichzeitig aber muss jetzt Geld vom Land in die Hand genommen werden, um die zugrundeliegenden strukturellen Ursachen so schnell und effizient wie möglich zu beheben, denn ein Zuwarten gefährdet Menschenleben. Das Streichen von Betten ist angesichts der ellenlangen Warteliste auf Plätze in Heimen eine Bankrotterklärung des bestehenden Systems. Ein Wegducken und leere Beteuerungen der politisch Verantwortlichen werden bei der nächsten Wahl bestraft!


Dr. Monika Reif, 5026 Salzburg

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