Leserbrief

Kirche braucht eine neue Perspektive

Herzlichen Dank für die Beiträge "Eine Nonne begehrt auf" (SN v. 3. 7.) und "Der Unfrieden ist in mir selber" (SN v. 17. 7.) . Besonders beschäftigt mich der letzte Absatz im Gespräch mit Hubert von Goisern.

Weil ich die Erfahrung auch schon gemacht habe, dass hoffnungsvolle Aktivitäten in Pfarren, aus kirchenpolitischen Überlegungen, mit einem "Schlag von oben" zerstört wurden. Trotzdem habe ich weiter gesucht und dann, wenn auch nicht gleich, immer wieder eine Gemeinschaft gefunden, die mir spirituelle Heimat war bzw. ist. Ich glaube, dass es viele Menschen gibt, die sich wie Hubert von Goisern von kirchenpolitischen Entscheidungen enttäuscht aus der Gemeinschaft verabschiedet haben. Leider suchen sie dann die guten Initiativen, die es ja noch gibt auch nicht mehr. Gerade dort werden sie gebraucht. Sie könnten Christliche Gemeinschaft leben und den Initiatoren den Rücken stärken. Von Jugend an habe ich in kirchlichen Einrichtungen so viel gute Gemeinschaft erlebt, dass mir die "Sache Jesu" zu wichtig ist, um mich einfach davon verabschieden zu wollen. Wenn katholisch allumfassend heißt, warum haben dann in der röm.-kath. Kirche Tradition und Erneuerung so schlecht nebeneinander Platz? Mir scheint, dass unserer Kirche von 100 "Schafen" schon 90 oder mehr verloren gegangen sind. Warum ist es so schwierig, einem "Schäfer", der sich außerhalb der Gepflogenheiten auf die Suche macht, die restlichen 90 oder wenigstens einige davon zu finden, die nötige Freiheit zu geben. Ich wünsche mir eine geschwisterliche Kirche, in der die Hierarchie noch weiter abflacht.


Anton Putz, 5203 Köstendorf

Aufgerufen am 20.01.2022 um 05:17 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/kirche-braucht-eine-neue-perspektive-106953334

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