Leserbrief

Mündliche Matura - ein wichtiger Schritt in die Normalität

Die Reifeprüfung an AHS soll in diesem Schuljahr wieder in der Form des Dreisäulenmodells - VWA, schriftliche Klausuren, mündliche Prüfungen - stattfinden. Diese drei Säulen rücken jeweils unterschiedliche Fähigkeiten in den Fokus. Die vorwissenschaftliche Arbeit gibt den Jugendlichen die Möglichkeit, sich intensiv mit einem selbst gewählten Thema auseinanderzusetzen. Dabei kommt der Präsentation und dem profunden Eingehen auf Fragen eine wichtige Rolle zu. Die schriftlichen Klausuren rücken den Fokus auf die Schularbeitsfächer, sie werden eine Stunde mehr Arbeitszeit erhalten. Die mündlichen Prüfungen laufen in Dialogform ab. Jede dieser drei Säulen ist in der heutigen Gesellschaft eminent wichtig.
Daher ist dieser Schritt zurück zur Normalität zu begrüßen, zumal es in diesem Schuljahr nur für einzelne Klassen nicht durchgehend Präsenzunterricht gab. Die jungen Menschen sollen wieder die Chance bekommen, ihr Wissen und ihre Fähigkeiten darzustellen und sich zu bewähren wie in all den Jahren bis 2019. Sie sollen den eigenen Erfolg und die Freude darüber erleben dürfen. Die Erfahrung, dass man gesetzte Ziele erreichen kann, ist eine Motivation, sich neue Ziele zu setzen. Dass es noch nicht ganz eine "normale" Matura ist, wird deutlich dadurch, dass pro Prüfungsgebiet bis zu 30 Prozent der Themen, die aufgrund der Pandemie nicht in ausreichender Weise erarbeitet wurden, gestrichen werden können. Da darf man den prüfenden Lehrkräften schon vertrauen, dass sie mit Wohlwollen die Voraussetzungen ihrer Schüler/-innen kennen und die bewältigbaren Herausforderungen einschätzen können. Die vertrauensvolle und wertschätzende Beziehung zwischen Lehrkräften und Schülern und Schülerinnen ermöglicht eine faire Prüfungssituation, in der die Kandidaten und Kandidatinnen ihren verdienten Erfolg einfahren können. Darüber gibt es wieder besondere Unterstützung durch Ergänzungsunterricht, großzügigere Terminsetzungen und einen "Reservetermin" bei Erkrankung. Außerdem wird wie bei den Klausuren auch bei den mündlichen Prüfungen die Jahresnote mit einbezogen.
Jeder Bildungsweg wird mit einer Prüfung abgeschlossen, die einerseits die erbrachte Leistung dokumentiert und andererseits Berechtigungen mit sich bringt: Das gilt für eine Lehrabschlussprüfung am Ende einer Berufsausbildung ebenso wie für die Diplomprüfungen und Rigorosen am Ende eines Studiums. Und das gilt auch für den Abschluss einer höheren Schule. Da wird exemplarisch das erworbene Wissen dargelegt, das sichere Auftreten demonstriert und schließlich die Studienberechtigung erreicht.

HR Mag. F. Gunter Bittner, Mag. Claudia DörrichBildungsplattform Leistung und Vielfalt, 5023 Salzburg

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