Leserbrief

Streitthema Sterbehilfe

Sterbehilfe ist ein Thema, das bewegt, zumal wenn man mit einer schweren, unheilbaren Krankheit konfrontiert ist. In der SN vom 23.11. wird von einem Ehepaar, das in einem Pongauer Seniorenheim wohnte, berichtet. Die beiden nahmen sich im gemeinsamen Zimmer das Leben. In einem Abschiedsbrief schildern sie ihre gesundheitliche Situation, sowie die Absicht aus dem Leben zu scheiden. So ein Ereignis macht mehr als nachdenklich. Es ist dem Ehepaar gelungen, seinen Wunsch "erfolgreich" durchzuführen. Immer wieder missglückt dieser Schritt, zumal er auf Grund unserer Gesetzgebung, ohne Hilfe und heimlich vor sich gehen muss. Wenn er nicht gelingt, bleiben oft irreparable körperliche und geistige Schäden zurück.

Günter Virt und Brigitte Kepplinger, die Sie zur Sterbehilfe befragt haben, stehen dem Thema ablehnend gegenüber. Die Frage von Eva Bachinger an Brigitte Kepplinger: "Glauben Sie, dass man beim assistierten Suizid nicht stehen bleibt?" (SN v. 21.11.) erkenne ich nicht als offene Frage, wie ich es mir in so einem Gespräch wünschte, sondern zu Gunsten eines Argumentes formuliert, das der Ablehnung von Sterbehilfe dient. Warum wurde kein Interview mit einem Befürworter von Sterbehilfe geführt, oder habe ich es übersehen? In der Sendung in ORF 3 "Meryns Sprechzimmer" wurden Dr. Christiane Druml, Vorsitzende der Bioethikkommission, sowie Wolfgang Obermüller, Sterbehilfe Aktivist, eingeladen. Damit wurde die Sendung einer demokratischen Vorgehensweise gerecht, die ich bei einem so essenziellen Thema wie dem der Sterbehilfe unabdingbar finde.


Christine Schönherr, 5412 Puch

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