Benutzer:Archiv/König Watzmann

Aus Salzburgwiki
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Die Sage von König Watzmann soll sich im Watzmannstock in den Berchtesgadener Alpen ereignet haben.

Die Sage

Vor undenklichen Zeiten lebte und herrschte in diesen Landen ein rauer und wilder König, welcher Watzmann hieß. Er war ein grausamer Wüterich, der weder Liebe noch menschliches Erbarmen kannte. Seine Leidenschaft war die Jagd und sein Volk musste ihn zitternd durch die Wälder toben lassen. Dem Gebell der Hunde folgten sein ebenso raues Weib und seine Kinder, die zu böser Lust erzogen wurden.

Eines Tages jagte der König wiederum mit seinem Tross und kam auf eine Waldestrift, auf welcher eine Herde weidete und ein Hirtenhäuslein stand. Vor der Hütte saß die Hirtin und hielt ihr schlummerndes Kindlein in den Armen. Neben ihr lag ihr treuer Hund, und in der Hütte ruhte ihr Mann, der Hirte.

Jetzt unterbrach der tosende Jagdlärm von König Watzmann den Naturfrieden dieser Waldeinsamkeit; der Hund der Hirtin sprang bellend auf, doch einer der Rüden des Königs biss ihm die Kehle durch; ein anderer verbiss sich im Kind und ein dritter riss die erschrockene Mutter zu Boden. Als sich der König näherte und sah, was seine Hunde angerichtet hatten, lachte er nur.

Da sprang der Hirte, aufgeweckt vom Gebell der Hunde, dem Geschrei des Weibes, aus der Hütten und erschlug einen der Rüden, das Lieblingstier des grausamen Königs. Darüber wurde dieser so wütend, dass er seine Knechte und Hunde auf den Hirten hetzte, der sein ohnmächtiges Weib erhoben und an seine Brust gezogen hatte. Bald sanken beide zerrissen von den Untieren zu ihrem am Boden liegenden Kind nieder. Und wieder lachte der grausame König.

Da endete die Langmut Gottes. Ein dumpfes Brausen erhob sich, ein Donner in den Höhen, ein Heulen in den Klüften, und die Hunde würgten den König, die Königin und seine sieben Kinder, dass ihr Blut zu Tale strömte. Ihre Leiber aber wuchsen versteinernd zu Bergen und stehen noch heute da.

Quelle