Leserbrief

Brexit oder der Schritt zurück

Der nun ausgehandelte Brexit- Deal mit Großbritannien ist in Kraft. Boris Johnson jubelt, zu Recht. Das Gründungsmitglied Großbritannien ist genau dort, wo es war, nämlich in einer Zoll- und Handelsunion. Es hat sich sozusagen seine Souveränität zurückgeholt. Bei näherer Betrachtung eigentlich gar nicht so schlecht. Wenn sie es sich aussuchen könnten, wären sicher Polen und Ungarn die Nächsten. Diese Länder aber hängen am Tropf der EU und lechzen nach Fördergeldern. Also werden sie ihre geheimen Wünsche nicht in den Vordergrund stellen. Außerdem haben sie es bis jetzt ganz gut geschafft, Herr im eigenen Land zu bleiben, was man vom übrigen Europa nicht sagen kann. Das ist vom Neoliberalismus und seinen "gemeinsamen Werten" geprägt. Die Toleranz z. B., die gefordert wird, ist gut, aber sie darf nicht einseitig sein. Es gibt im Leben nichts geschenkt, das Zusammenleben beruht auf Leistung und Gegenleistung, auf Geben und Nehmen. Europa darf nicht zum Gnadenhof der Welt werden. Jeder, der nach Europa will, muss auch etwas leisten, denn sonst können oder wollen sich die Staaten Europas ihre Humanität nicht mehr leisten. Und das wäre die Bankrotterklärung für unseren Wohlstand.



Lydia Forster, 5400 Hallein

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