Leserbrief

Gerechte Aufteilung

Zeit wär's! In vielen Punkten kann ich Frau Baldinger nur zustimmen ("Kinder sind eine gemeinsame Entscheidung", SN v. 22.8.). Kinder zu bekommen, sind meist gemeinsame Entscheidungen. Anders sieht es da schon bei der täglichen Versorgung, Pflege und Erziehung der geborenen und heranwachsenden Kinder aus. Uns Müttern wird suggeriert am besten mindestens bis zum sechsten Monat zu stillen, die Väter somit in "die Ecke zu stellen", um die allerbeste Ernährung des Babys zu gewährleisten. Auch nach dieser Zeit ist fast immer die Mutter hauptverantwortlich für die Betreuung und Erziehung des/r Kindes/r.
Allerdings, selbst mit Kind, nahezu vollbeschäftigt und meist gut organisiert, stelle ich auch immer wieder fest, dass sich oft junge Mütter keine Gedanken über das "Danach" (nach der Karenz) machen. Wann habe ich vor, wieder in meinen Beruf einzusteigen? Könnte ich überhaupt als Teilzeitbeschäftigte von meinem eigenen Gehalt leben? Macht es mir persönlich etwas aus, finanziell, auch wenn nur für kurze Zeit, vom Einkommen meines Partners abhängig zu sein? Wie viel Pension werde ich auf Grund der Kinderbetreuungszeit mal bekommen?
Frauen müssen sich der Folgen ihrer Entscheidungen bewusst werden und in der Folge auch die Teilung der Karenz und die Teilung der Kinderbetreuung einfordern, damit sich "jeder Elternteil genug Zeit für die Kinder nehmen kann" und um eine gerechte Aufteilung der Aufgaben und Einkommen zu ermöglichen. Zeit wär's (unbedingt)!

Isabella Salhofer, 4924 Waldzell

Aufgerufen am 01.10.2020 um 11:42 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/gerechte-aufteilung-91910956

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