Leserbrief

Impfpflicht spaltet

Bringt die Einführung der allgemeinen Impfpflicht eine Immunisierung von mehr als 85 Prozent der Bevölkerung? Bauchgefühl und Hausverstand sagen nein. In jedermanns Freundes- und Bekanntenkreis finden sich friedvolle Menschen, die partout nicht daran denken, sich dem Impfzwang zu beugen. Eine Erhöhung des Drucks engt den Spielraum zwischen Menschen zusehends ein und hat eine Jetzt-erst-recht/nicht-Reaktion zur Folge. Es geht darum, das Trennende zwischen uns Menschen zu erfühlen und verstehen zu wollen. Wissenschaftliche Expertisen sind unverzichtbar, aber nicht das allein Zielführende im Leben. Mit der Einführung kostenpflichtiger PCR-Tests könnten Impfunwillige gut leben. Es gilt die überschießende Maßnahme der Impfpflicht zu überdenken. Was wäre, würde die Bundesregierung die Verordnung der allgemeinen Impfpflicht zurücknehmen? Sie würde den Riss durch die Gesellschaft, Familien, Freundschaften und machtpolitische Welten abfedern bzw. ein Stück weit zu kitten helfen. Sie würde damit hartnäckig demonstrierenden Maßnahmengegnern den Wiedereintritt in die gesellschaftliche Normalität ermöglichen und dem aufwieglerischen Mob teils gewaltbereiter Rechtsextremer und Neonazis - sowie einigen "tobsüchtigen" Politikern mit parlamentarischer Immunität ihr Mandat entziehen.


Sepp Schnöll, 5431 Kuchl

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