Leserbrief

Matura 2022: Ihr habt etwas zu sagen!

Der Umgang mit der Pandemie ist für Schüler, Lehrer und Bildungsbehörde mittlerweile zur Routine geworden. Durchaus okay, zur Tagesordnung zurückzufinden. Nach zwei Jahren des deutlich herabgesetzten Anforderungsprofils, lässt der neue Bildungsminister Martin Polaschek den Kandidaten ausrichten, dass diesmal mündliche Prüfungen nicht mehr freiwillig, sondern verpflichtend vorgesehen sind. Eine ganz normale Reifeprüfung sozusagen. Ein vernünftiges, bildungspolitisch richtiges Signal.
Eigentlich unverständlich, Schülervertreter und Schüler setzen sich mit Protesten, Streikdrohungen und Warnstreiks zur Wehr (SN-Artikel v. 18. 1. und 19. 1.).
Fakt ist, vier bzw. fünf Oberstufenjahre lang werden von Schulerhaltern und Schulautorität für Schüler alle erdenklichen Tools für eine erfolgreiche Absolvierung der Reifeprüfung bereitgestellt. Eine mündliche Maturaprüfung ist weder ungerecht, noch ist es sinnvoll und förderlich für einen jungen Menschen, sein Reifezeugnis quasi nur "im Vorbeigehen" abzuholen.
Liebe Schüler, lasst euch vom Aktionismus mancher Schulsprecher und Schulaktivisten nicht instrumentalisieren. Verkauft euch nicht zu billig. Vertraut auf eure Vorzüge und eure verbalen, rhetorischen Stärken. Ihr habt nicht nur etwas zu schreiben, sondern bestimmt auch etwas zu sagen! Macht euer eigenes Ding. Präsentiert in den Prüfungsgesprächen eure reife Persönlichkeit und zeigt, was ihr draufhabt.

Sepp Schnöll, Lehrer, 5431 Kuchl

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