Leserbrief

Wer trägt die Kosten?

Zum Leitartikel "Sterbehilfe - Österreich wird in Neuland geschickt" (Inge Baldinger, SN v. 25. 10.):

Das vorgelegte Regelwerk bedingt einen hohen Personalaufwand, denn alle für den Suizid Benötigten müssen direkt ans Pflegebett des Sterbewilligen kommen: zwei Gutachterärzte, einer davon sogar mit Palliativausbildung, fallweise zusätzlich ein Psychiater oder ein Psychologe. Auch Notare und Juristen von der Patientenanwaltschaft haben die Sterbeverfügung direkt am Pflegebett zu erstellen. Ebenso ist die Vertrauensperson, welche das tödliche Präparat von der Apotheke abholt, zu entlohnen. Die Fairness gebietet es, die Kosten für den geregelten Selbstmord nicht den Suizid-Gegnern umzuhängen. Hier endet die Solidargemeinschaft. Weder Bund, Länder oder Sozialversicherungsträger dürfen zukünftig mit Honorarnoten von Selbstmord-Gutachtern und Notaren belästigt werden. Auch die Caritas darf nicht als Zahler einspringen. Sämtlicher Aufwand ist vom Sterbewilligen vor seinem Ableben abzugelten.

Dr. Wolfgang Geppert, 1010 Wien

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