Alpen-Anemone

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Alpen-Anemone
Alpen-Anemone am Törlspitz 1947

Die Alpen-Anemone kommt unter anderem im Naturschutzgebiet Kalkhochalpen und in der Gegend um den Schafberg vor.

Allgemeines

Wenn im Spätherbst der Wind über die Hochgebirgsregionen und Almen um den Schafberggipfel, den Törlspitz, Rinn- und Rettenkogel pfeift und peitscht, findet man unter Latschen, abgeblühten Almrosenbuschen und kleinen Felsnischen noch so manchen "grantigen Jaga" der als besondere Hutzier und auch im Allerheiligenbuschen auf den Gräbern Erinnerungen an so manche große Bergtour erweckt. Als langlebige Erinnerung - Liebesgabe, steckt oft ein Büschel "grantiger Jaga" neben einem Edelweiß beim Herrgottswinkel. Mittelalterliche Alpine Pflanzenzeichnungen finden sich in Miniaturen und der Tafelmalerei wie auch im Michael Pacher Altar in St. Wolfgang von 1481.

Die Alpen-Anemone gehört zur Artengruppe der Gemeinen Küchenschelle (Pulsatilla vulgaris) und ist eine mittel- und südeuropäische Pflanze, die heute noch am Schafberg, Vormauer, Summerauerstein beheimatet ist. Sie ist sehr widerstandsfähig, teils langstielig von 15 – 30 cm Höhe. Die Unterseite der großen weißen Blüte, ist violett überlaufen mit zart behaartem Kelch und wächst in Höhen von 1500 – 2200 m. Im Spätherbst wird die Alpen-Anemone dicht zottig behaart zum "grantigen Jaga" oder Teufelsbart wie die Pflanze im Volksmund ob ihrer zerzausten, borstigen, Haarpracht genannt wird.

Zwischen den steilen Felsen am Schafberg, der Spinnerin, Purtschellersteig, Törlspitz und dem Hinterschafberg dehnen sich Jahrtausende der erdgeschichtlichen Kulturlandschaft aus, wo die Alpenblumen aus einer längst vergangenen Vegetation heute noch blühen. Naturheilkundlich kannte man die Alpen-Anemone mit dem schwarz geballten Wurzelstock mit Gerbstoff und Mineralsalzen als Arzneimittel, schon in der Pflanzenheilkunde als appetitanregend und verdauungsfördernd bei Hippokrates dem großen Arzt aus Kos. In der mittelalterlichen Arzneykunde diente das Heilmittel aus zerriebenem frischem Kraut zur Behandlung von Geschwüren, Flechten und Entzündung der Augen. Homöopathisch wurde es gegen Husten, Durchfall und Rheumatismus verwendet.

Der Reiz des naturkundlichen Interesses, der Bewunderung bezieht sich auf die heutige Artenvielfalt der (Anemona Alpina, Pulsatilla vulgaris, Pulsatilla alpina) Alpenanemone, Alpen- Küchenschelle, Ziegenbart, Bergmandl, Stoawandla, Bergnelkwurz, Benediktinerkraut.

Literatur

  • Dr. Fr. Losch: Kräuterbuch/ Unsere Heilpflanzen in Wort und Bild, 1903
  • Geheimnisse und Heilkräfte der Pflanzen
  • Geschützte Pflanzen 1937
  • Lotte Behling: Die Pflanze in der Mittelalterlichen Tafelmalerei, Böhlau Verlag Köln Graz 1967
  • Irmgard Müller: Die pflanzlichen Heilmittel bei Hildegard von Bingen

Verfasser