Hans Höll

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Hans Höll in Rußbach am Paß Gschütt fertigt Kummetgeschirr für Rösser.

Beruf

Dieses prächtige Geschirr ist der Stolz vieler Bauern. Vor Ausfahrten mit der Kutsche werden das Leder und alle Messingteile wie Pferdeköpfe. Knöpfe und Leisten auf Hochglanz poliert. Und auch die Rösser werden liebevoll gestriegelt und geputzt.

Höll erklärt, dass das Geschirr dem Pferd genau passen muss und nirgends drücken oder scheuern darf. Das Gewicht soll sich optimal auf Brustkorb, Schultern und Widerrist verteilen. Bevor der Sattler mit seiner Arbeit beginnt, misst er die Rösser genau ab. Berücksichtigt wird dann vor allem, ob ein Pferd - bei einem Zweispänner - auf der linken oder der rechten Seite geht. Das Geschirr soll ja eine Augenweide sein. Daher wird die Außenseite mit bunten Nähten, Mustern und glänzenden Messingteilen verziert. Auf der Innenseite tun es einfache Nähte und Knöpfe. Für zwei Gespanne benötigt er zwei Monate. Zunächst sucht Höll im Wald nach krumm gewachsenen Buchen. "Nur ein Baum mit der richtigen Krümmung kommt infrage. Denn das Holz muss den Zug aushalten und darf nicht brechen", erklärt er. Dann wird das Holz mit Lederriemen an den Bauschen befestigt. Der Bauschen ist das Grundgerüst des Kummets. Er besteht aus dickem Rindsleder und ist mit langem Roggenstroh gefüllt. Damit das Kummet am Hals des Pferdes nicht scheuert, wird es zum Schluss mit einem Polster aus Leinen versehen.

Höll näht alle Lederteile eigenhändig. Geklebt wird gar nichts bei ihm, weil die Fäden so dem starken Zug nicht stand-halten würden. Heute bestehen die Fäden aus gedrehter und gewachster Kunstfaser. Früher waren sie aus Hanf und Höll erzählt, dass er sie als Lehrbub noch mit Bienenwachs oder Pech einschmieren musste.

Den letzten Schliff bekommt das Geschirr auf dem Bauernhof.

Quelle