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Hotel Mirabell

Geschlossen
geschlossen  Der hier beschriebene Betrieb oder die Einrichtung existiert in dieser Form nicht mehr. Dieser Beitrag beschreibt die Geschichte.
Historische Ansichtskarte "Hotel und Restaurant Mirabell" (das vom Stadttheater noch durch die Hannibalgasse getrennt wird)
Eine weitere historische Ansichtskarte des "Hotel und Restaurants Mirabell"
Porträt des Hotels Mirabell als Spielstätte des Salzburger Marionettentheaters (2006)
Die Mirabellgartenseite des ehemaligen Hotels Mirabell
Historisches Briefpapier des Hotels Mirabell

Das Hotel Mirabell befand sich in der Salzburger rechtsufrigen Altstadt zwischen dem Mozarteum und dem Salzburger Landestheater.

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Der Schriftsteller James Joyce logierte dort während seines fünf Wochen dauernden Salzburg-Aufenthaltes im Sommer 1928. 1929 wurde es an das Mozarteum verkauft und beherbergt seit 1971 unter anderem die Spielstätte des Salzburger Marionettentheaters.

Geschichte

Im Jahr 1893 hatte die Arco-Zinnebergische Brauerei Kaltenhausen zwischen der damaligen Villa Lasser (wo heute das Mozarteum steht) und dem damaligen Stadttheater (das heutige Salzburger Landestheater) ein "Restaurations- und Saalgebäude" errichtet, dessen Architekt Carl Demel und dessen Baumeister Valentin Ceconi war.

Das Saalgebäude wurde im Jahr 1897 zum "Hotel Mirabell" umgewandelt, das bis Ende der 1920er-Jahre mehrere prominente Gäste beherbergte.

Am 4. März 1925 veranstaltete der Salzburger Athletiksport-Klub 1914 ein Frühlingskränzchen in den Sälen des Hotels Mirabell unter dem Ehrenschutz seiner Ehrenmitglieder Kommerzialrat Heinrich Kiener und Friedrich Baron von Mayr-Melnhof.

Im Jahr 1929 erfolgte der von der Stiftung Mozarteum seit 1918 geplante Erwerb des Hotel Mirabells. Zwischen 1934 und 1938 wurde das Gebäude an das lokale Spielcasino vermietet.

Im Jahr 1938 übernahm der Pächter Hans Zitter das gesamte Haus, worauf zwischen 1938 und 1945 "gesellschaftliche Veranstaltungen" stattfanden. Es wurden Dach und Heizung repariert und die Südseite durch einen Erweiterungsanbau mit dem Salzburger Landestheater verbunden, welches zudem im dritten Stock Räume mietete.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Gebäude für diverse Betreungseinrichtungen amerikanischer Soldaten ("Rotes Kreuz") genutzt, wodurch die Innenausstattung große Schäden erlitt. Kurz zuvor wurde das Pachtverhältnis mit Hans Zitter und das Untermietverhältnis des Salzburger Landestheaters beendet.

Im Jahr 1955 wurde das Gebäude bis 1968 erneut an das Spielcasino Salzburg vermietet, das nach zwei weiteren Standorten endgültig 1993 in das Schloss Kleßheim übersiedelte (welches gleichfalls mit James Joyces Salzburg-Aufenthalt verbunden ist).

Seit 1968 fanden im Gebäude unter anderem der Schul-, Konzert- und Kursbetrieb des Mozarteums statt.

Im Jahr 1970 wurde das Gebäude zur Spielstätte des Salzburger Marionettentheaters umgebaut, wobei der ehemalige Speisesaal des Hotels Mirabell zum Zuschauerraum mit Bühne umfunktioniert wurde. Die Eröffnung fand am 11. Juli 1971 statt.

Veranstaltungen

Am 14. April 1929 fand im Hotel Mirabell die vom Österreichischen Flugtechnischen Verein veranstaltete Flug- und Funkausstellung statt. Dabei wurde das erste in Salzburg von Tischlermeister Leopold Preimesberger gebaute Zögling-Segelflugzeug auf den Namen «Hansl» getauft.[1]

Anekdoten

In Fred Raymonds (* 20. April 1900; † 10. Jänner 1954) wiederholt und prominent verfilmter Erfolgsoperette "Saison in Salzburg" (Salzburger Nockerl) lautet eine Rolle: "Mehlspeiseköchin im Hotel »Mirabell«".

Der Maler Karl Mell hatte um 1895 eine Zeichnung des Hotels Mirabell angefertigt, von der sich ein ausgeschnittener und auf Trägerpapier aufgeklebter Farbdruck aus einer zeitgenössischen Illustrierten im Salzburg Museum befindet.

1932 fand die Preisverleihung für die Sieger des Gaisbergrennens im Hotel Mirabell statt: ... ein mächtiger Gabentisch war mit prächtigen Ehrenpreisen bedeckt...Für die Sieger waren überdies mächtige Lorbeerkränze bereitgestellt. Es herrschte die freudigste Stimmung, alle Mühen der schweren Trainingstage[2] und des Renntages waren vergessen, und man befand sich in einer Atmosphäre vollster Zufriedenheit über die so vorbildlich organisiert gewesene internationale Veranstaltung... Der Präsident des Salzburger Automobil Clubs, Baron Franz Preuschen hielt die Rede[3]

Weblinks

Quellen

  • Broschüre des "Salzburger Marionettentheaters", Salzburg 2005, Seite 15 und 32
  • Bauakten zu dem Gebäude Schwarzstraße 24 im Mozart-Archiv der Internationalen Stiftung Mozarteum
  • Andreas Weigel James Joyces Aufenthalte in Österreich, Innsbruck (1928), Salzburg (1928) und Feldkirch (1915, 1932); Michael Ritter (Hrsg.) praesent 2006. Das österreichische Literaturjahrbuch. Das literarische Geschehen in Österreich von Juli 2004 bis Juni 2005, Seiten 93–105, Wien: präsens 2006, Seite 100 ff

Einzelnachweise

  1. es regnete sehr stark, fast ohne Unterbrechung
  2. Quelle Allgemeine Automobil Zeitung, 1938, Nummer 8