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Mandlinger Moor

einer der beiden Hauptgräben, nach der Abdichtung mit Moorwasser gefüllt

Das Mandlinger Moor ist ein Moor im östlichen Stadtgebiet von Radstadt im Gebiet des Mandlingpasses.

Inhaltsverzeichnis

Größtes Renaturierungsprojekt im Pongau im Vorjahr erfolgreich abgeschlossen

Rund 19 Hektar des Mandlinger Moors wurden nach einer mehrjährigen Vorbereitungs- und Planungsphase von Winter bis Frühsommer 2014 renaturiert. Ziel war es, das austrocknende Moor wieder zu vernässen und seine typische Flora und Fauna zu bewahren. Über dieses größte Renaturierungsprojekt im Pongau wird in der jüngsten Ausgabe der Zeitschrift NaturLand Salzburg berichtet (Jänner 2015).

Das Mandlinger Moor ist das westlichste in der Kette der Ennstal-Hochmoore und die einzige großflächig erhalten gebliebene Talmoorlandschaft im Pongau. Seine Gesamtfläche beträgt 27 Hektar. Davon wurden 19 Hektar im Jahr 1998 als geschützter Landschaftsteil unter Naturschutz gestellt. Wie in vielen anderen Salzburger Mooren wurde auch im Mandlinger Moor Torf abgebaut und als Brennstoff oder zur Einstreu genutzt. Zuerst erfolgte der Abbau im traditionellen Handtorfstich, später im maschinellen Frästorfverfahren. 1993 wurde der Torfabbau endgültig eingestellt. Durch die für den Torfabbau angelegten Entwässerungsgräben war der Wasserspiegel im Moor abgesenkt worden, das Moor trocknete immer mehr aus, und die einzigartige Tier- und Pflanzenwelt drohte von aufkommenden Fichten, Kiefern und Birken verdrängt zu werden. Im Bereich des ehemaligen Frästorfabbaus war zudem die ursprüngliche Hochmoorvegetation zur Gänze zerstört worden.

Anhebung des Moorwasserspiegels

Ziel des Renaturierungsprojekts waren die Wiederanhebung des Moorwasserspiegels auf ein Niveau nahe der Mooroberfläche sowie die flache Überstauung der alten Torfstiche als Voraussetzung für die Regeneration der Hochmoorvegetation. Dafür waren folgende Maßnahmen notwendig: Der nicht moortypische Baumbestand, insbesondere Fichten, wurde entfernt, die nährstoff- und mineralstoffreichen Hangwässer aus dem Moor abgeleitet und die Entwässerungsgräben im Moor durch Torfdämme geschlossen.

Zur Umsetzung der Renaturierungsmaßnahmen war im Detail zuerst die Ableitung von mehreren kleinen Fließgewässern erforderlich. Diese wurden bisher, von der Dachsteinseite kommend, verrohrt unter der Bundesstraße und der Bahnlinie hindurch zentral durch das Mandlinger Moor nach Süden zur Enns geführt. Diese Gerinneführung hatte vormals gleichzeitig der Moorentwässerung gedient, um bäuerlichen Torfstich bzw. später auch industriellen Frästorfabbau im Nordosten des Mandlinger Moors durchführen zu können. Nach Aufgabe der Torfnutzung waren zwei zentrale Gräben, die massiv zur Entwässerung des Mandlinger Moores beigetragen hatten, erhalten geblieben. Um eine effektive Wiedervernässung des Moores zu ermöglichen, mussten die Durchzugsgräben sowie zahlreiche kleinere weitere Moorgräben mit Torf verschlossen werden. Die moorfremden Fließgewässer wurden um das Moor herum zur Enns geleitet. Die Torf-Enddämme ganz im Süden der beiden Durchzugsgräben wurden mit Rundhölzern verstärkt, um bei künftigen Hochwässern auch ein Eindringen von Flusswasser der Enns von Süden her in das Moor abzuwehren.

Aufzeichnung und Auswertung der Wasserspiegellagen

Um den Erfolg der umgesetzten Maßnahmen zu kontrollieren, wurden Grundwasserpegel mit automatischen Dataloggern, die die Wasserspiegellagen kontinuierlich aufzeichnen, installiert. Die Auswertung wird zeigen, wie sich die hydrologischen Verhältnisse im Moor verändert haben. Zusätzlich wurden, meist im Nahbereich der Pegel, mehrere vegetationskundliche Dauerbeobachtungsflächen angelegt. Eine Wiederholungskartierung in einigen Jahren wird dokumentieren, ob die Moorvegetation wie erhofft von den Renaturierungsmaßnahmen profitiert hat.

Projektkosten

Die Gesamtkosten des Projekts einschließlich aller Planungs-, Koordinations- und Umsetzungsleistungen betrugen 167.000 Euro. Die Finanzierung erfolgte über naturschutzbehördlich vorgeschriebene Ausgleichsmaßnahmen, EU-Fördergelder sowie Gelder aus dem Salzburger Naturschutzfonds. Die benötigten Grundflächen hat die Torfgemeinschaft Mandling unentgeltlich zur Verfügung gestellt.

Bilder

  Mandlinger Moor – Sammlung von weiteren Bildern, Videos und Audiodateien im Salzburgwiki

Quelle