Hauptmenü öffnen

Marketenderin

Marketenderinnen bei einer Gratulation in Irrsdorf

Die Marketenderin ist aus dem Marketender (lat. mercatante = Händler, Kaufmann) entstanden.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Im Spätmittelalter wurde es üblich, dass jedes Fähnlein der Landsknechte einen eigenen Marketender hatte. Durch den Wandel der Heere in Söldnerheere[1] wurde diese Aufgabe auch vermehrt von Frauen übernommen, die dem Tross des Heeres folgten. Ein Grund dafür lag darin, dass es den Söldnern nicht verboten war zu heiraten. Folglich zogen oft Frauen und Kinder mit dem Heer durch die Lande. Die Frauen verdingten sich als Marketenderinnen und versorgten zusammen mit den Marketendern als Händler das Heer mit Lebensmittel, Tabak und Gebrauchsgegenständen.

Die Aufgaben einer Marketenderin umfassten aber auch die Betreuung von Soldaten im Lager, für die sie kochte oder auch Kleidung reparierte, sie kümmerte sich um Kranken und Verwundeten. Viele Soldaten verdankten nicht zuletzt der heilkundigen Pflege einer Marketenderin ihr Leben. Jeder Grundlage jedoch entbehrt die Behauptung, Marketenderinnen seien ausschließlich Prostituierte gewesen. Natürlich gab es unter den Marketenderinnen auch Prostitution. Jedoch wurde diese "Aufgabe" erst nach dem Dreißigjährigem Krieg vermehrt beobachtet. Nicht unerwähnt darf aber eine dunkle Seite der Marketenderinnen bleiben. Die Marketenderinnen zogen nach einer Schlacht plündernd und fleddernd über das Schlachtfeld, da Geld immer gebraucht wurde.

Die Marketenderin verschwand dann erst im 19. Jahrhundert aus dem Militärwesen. Es war die Zeit, in der ein stehendes Heer auch in Friedenszeiten bestand und in Kasernen untergebracht wurde.

Im 20. und 21. Jahrhundert wird der Begriff Marketenderin für junge Frauen verwendet, die einem Verein angehören und ihn bei Ausrückungen begleiten und zu dessen Getränkeversorgung dienen. Wobei dazu traditionellerweise Spirituosen (z. B. Schnaps) verwendet werden und das Anbieten solcher Getränke auch für Gäste als ehrenvoll gewertet wird. Es gilt seit langem als ehrenvolle Aufgabe, für einen Verein die Funktion einer Marketenderin auszuüben. Für gewöhnlich wird dieses Amt zu zweit ausgeübt. Auch nach einem Ehrensalut bei Schützenvereinen oder Vereins-Ehrungen für bestimmte Personen kommt den Marketenderinnen bei der Gratulation eine hervorgehobene Rolle zu.

Bildergalerie

Weblink

Quellen

Einzelnachweise

  1. eine Armee, die aus gekauften, meist ausländischen Personen besteht