Salzburger Sport im Jahr 1965

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Der Salzburger Sport im Jahr 1965 wartete mit zwei Weltklasse-Veranstaltungen auf.

Geschichte

Die Zeiten, da sich in Salzburg auch "sommerliche" Weltklassesportler beinahe die Türklinke in die Hand gaben, sind längst vorbei – angesichts fehlender Wettkampfstätten macht die internationale Elite seit vielen Jahren einen Bogen um die selbst ernannte "Sportstadt Salzburg". Auch in den 1960er Jahren fehlte es an den zeitgemäßen Sportanlagen, dennoch wurde dank der Funktionäre in einigen Sportverbänden großer Sport geboten.

Etwa 1965. Da war zunächst die Weltklasse im Wasserspringen zu Gast: In Leopoldskroner Moos wurde der Europacup ausgetragen, Sieger unter 16 Nationen wurde die Sowjetunion vor der DDR, Österreich landete an fünfter Stelle. Die Stars mit dem berühmten Südtiroler Klaus Dibiasi an der Spitze wurden zwei Tage lang umjubelt – auch von einem sechsjährigen Salzburger. Der wurde später selbst ein Mann der Weltklasse: Niki Stajkovic.

Ein paar Tage später gab es ein Ereignis, das bis heute als einzigartig gilt: Gleich sechs Olympiasieger, die auch vielfache Weltmeistertitel errungen haben, zeigten ihr großartiges Können. Es war die Crème de la Crème des Geräteturnens. Kurz zuvor hatte in Wien die Gymnaestrada stattgefunden, danach begab sich eine zehnköpfige Mannschaft aus fünf Nationen auf eine Österreich-Tournee. Dass sie nach 7 000 Zuschauern in Innsbruck und 3 200 Besuchern in Dornbirn bei uns vor nicht einmal 1 500 schwitzenden Fans in der engen, dafür eigentlich nicht geeigneten Riedenburghalle antreten mussten, ließen sie sich nicht anmerken. Das Festspielhaus stand nicht zur Verfügung, die Idee, im Volksgarten unter einem Zeltdach zu turnen, wurde rasch fallen gelassen.

Die Akteure rissen die Zuschauer zu Beifallsstürme hin. Etwa die tschechische Achtkampf-Olympiasiegerin Věra Čáslavská, die russischen Giganten Boris Schaklin, Juri Titow und Larissa Latynina oder der Japaner Yukio Endo. Der war schon zum dritten Mal in Salzburg – mit dem besonderen Wunsch, noch einmal die Wasserspiele in Hellbrunn zu sehen. Sein Landsmann, der Pferdsprung-Olympiasieger Haruhizo Yamahasita hatte einen ganz anderen Wunsch: ein Paar Frankfurter Würstel. Das ging in Erfüllung. Der Wunsch der Sportfunktionäre nach einer großen Halle bis heute nicht.

Quelle

  • Joachim Glaser: Das Treffen der sechs Turn-Olympiasieger, SN 27. Juli 2015