Leserbrief

Gemeinsam für Menschen und Umwelt!

Bezugnehmend auf den Beitrag vom 19. Mai 2022 "Widerstand gegen S-Link formiert sich" sollten doch einige Punkte dazu erwähnt werden, die in dem Artikel fehlen.
Seit fast 40 Jahren wird in Salzburg darüber diskutiert ob die Verlängerung der Lokalbahn nötig und sinnvoll sei oder nicht. Außer politischen Absichtserklärungen sowohl von SPÖ und ÖVP sowie zahlreichen Studien wurde in Salzburg bisher wenig erreicht. Natürlich gibt es Sinn die genannten Umlandgemeinden an ein Schienennetz anzuschließen, nur ändert dies nichts daran, dass auch eine Querung der Innenstadt nötig ist um den PKW-Verkehr aus dem Stadtbereich fernzuhalten.
Wer eine oberirdische Verlängerung der Lokalbahn befürwortet kennt entweder die Situation nicht oder hat sich keine Gedanken darübergemacht, was eine solche Querung für die Stadt bedeuten würde. Bereits jetzt kommen zu Stoßzeiten im ¼ Stunden Takt mit der Lokalbahn 100e Menschen an, die sich wie Sardinen in die O-Busse quetschen müssen. Will man neue Fahrgäste gewinnen, muss das Verkehrsmittel leistungsfähig, attraktiv und schnell sein. Oberirdisch ist dies im Zentrum unmöglich, da die Triebwägen zu lange, die Radien der Straßen zu eng sind, eine Schienentrasse fehlt und daher ein schnelles Fahren unmöglich ist. Deshalb ist hier nur eine unterirdische Lokalbahnverlängerung sinnvoll. Jeder der den täglichen Wahnsinn auf der B 156 (Oberndorf Salzburg) miterlebt und im Stau steht ist ein potentieller Fahrgast für die Lokalbahn, sofern diese ins Zentrum und in den Süden der Stadt geführt wird, schnell und attraktiv ist. Ein Stehen im Triebwagenstau ist genauso wenig erstrebenswert wie im O-Bus-Stau.
Experten haben den Vorteil einer unterirdischen Lokalbahnverlängerung für die Stadt und die Umlandgemeinden bereits in den 1980er Jahren berechnet. Zahlreiche Studien kamen in der Folge zu ähnlich positiven Ergebnissen. Jetzt wieder die Sinnhaftigkeit zu hinterfragen und mit alten Vorschlägen zu argumentieren die schon längst widerlegt sind hilft weder dem Umweltschutz noch den Menschen die den Stauwahnsinn täglich erleben. Daher mein Wunsch an die unterschiedlichen Interessenvertretungen zieht endlich an einem Strang und helft gemeinsam der Umwelt und der Bevölkerung. Eigentlich müsste es doch im Sinne des Umweltschutzes sein ein Nahverkehrssystem zu propagieren, wie den geplanten S-Link, statt es verhindern zu wollen. Geht es hier um die Menschen oder darum wer ein Projekt befürwortet oder durchsetzen will?

Rosanna Weiser, 5111 Bürmoos

Aufgerufen am 25.09.2022 um 05:50 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/gemeinsam-fuer-menschen-und-umwelt-121893658

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