Billigfluglinien

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Billigfluglinien, auch Low-Cost-Carrier genannt, fliegen seit vielen Jahren auch den Salzburg Airport W. A. Mozart an.

Allgemeines

Billigfluglinien sind Fluggesellschaften, die einerseits möglichst günstige Flugtarife anbieten, andererseits alle Flughafensteuern, Abfertigungsgebühren, Kosten für Gepäck, Check-In, Sitzplatzreservierungen und andere Leistungen extra anführen und getrennt in Rechnung stellen[1]. Meist gibt es auch keine Bordverpflegung, bzw. wird diese gegen extra Entgelt angeboten. Einige dieser Billigfluglinien fliegen auch nicht nur große Flughäfen an, sondern suchen sich kleinere, lokale Flughäfen.

Dass jedoch solche kleineren, lokalen Flughäfen überhaupt von Billigfluglinien angeflogen werden, muss von den Flughafen mit Werbe- oder Marketingmaßnahmen an diese Fluggesellschaften bezahlt werden. Die Zahlungen werden deshalb Marketingmaßnahmen deklariert werden, weil die EU direkte oder als solche bezeichnete Subventionen an Fluglinien verbietet.

Beispiel Ryanair: Die angeflogenen Flughäfen müssen kräftig Gelder in Ryanair zahlen, die jährlich zwischen 350 Millionen bis 375 Millionen Euro Nettogewinn schreibt, sonst sucht sich Ryanair einen anderen Flughafen.

730.000 Euro Marketingbeiträge jährlich

Dass Billigfluglinien den Salzburger Flughafen anfliegen lässt sich LH-Stv. Wilfried Haslauer jedes Jahr rund 730.000 Euro an Steuergeldern kosten. Denn so viel will Haslauer, zumindest 2011, sowie die drei darauf folgenden Jahre, diesen Billigfluglinien an Marketingmaßnahmen zukommen lassen, weil die Fluglinien durch steigende Kerosinpreise und durch die geplante Flugticketsteuer[2] immer mehr unter Druck geraten, so Haslauer.

Die Kosten sollen die Salzburger Flughafen GmbH, die SalzburgerLand Tourismus Gesellschaft (je 150.000 Euro jährlich), die Stadt Salzburg und der Tourismusförderungsfonds (je 100.000 Euro jährlich), fünf Fremdenverkehrsregionen (Salzburger Sportwelt Amade, Gasteinertal, Zell am See - Kaprun, Obertauern und Saalbach-Hinterglemm, je 40.000 Euro jährlich) und die Wirtschaftskammer (30.000 Euro) aufbringen. Mit diesem Geld sollen Plakataktionen, Werbespots und Internetwerbung der jeweiligen Billigfluglinien mitfinanziert werden. Interessantes Detail: Das Land Salzburg, das am Salzburger Flughafen 75 Prozent Anteile hält, muss nichts dazu zahlen.

Haslauer führte im Frühjahr 2011 steigende Kerosinpreise und die neu eingeführte Flughafensteuer als Gründe für einen Druck auf die Fluglinie(n) an. Die so unter Druck stehende Ryanair hindert aber das alles nicht, seit 1. April 2011 je Flugticket und Strecke zwei Euro für die Abdeckung der Kosten, die durch die so genannten Ausgleichszahlungen nach der EU-Fluggastverordnung zu zahlen sind. So wälzt sie gesetzlich verpflichtende Zahlungen auf den Fluggast ab und wird irgendwann wieder beim Flughafen Salzburg anklopfen, um höhere Beiträge für Marketingmaßnahmen zu bekommen.

Selbst wenn nicht wirklich alle mit Billigfluglinien in Salzburg ankommenden Passagiere dann auch tatsächlich in Stadt oder Land Salzburg bleiben und hier wieder durch Ausgaben Steuern hereinbringen, ist eine Belebung Salzburgs Wirtschaft sicherlich gegeben.

Quellen

Einzelnachweise

  1. dies widerspricht im Übrigen den gesetzlichen Bestimmungen, die da lauten, dass alle Bestandteile einer Leistung, auf die ein Konsument nicht verzichten kann, weil sie ein notwendiger Teil der Leistung sind, im Endpreis für den Konsumenten enthalten sein müssen; dazu zählen beispielsweise alle Abfertigungsgebühren
  2. eine seit 1. April 2011 eingehobene streckenabhängige Steuer