Eulenfalter

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Gamma-Eule

Die Eulenfalter (Noctuidae) sind eine artenreiche Familie der Ordnung der Schmetterlinge (Lepidoptera).

Vorkommen

Weltweit wurden bisher an die 35 000 Arten beschrieben. Europaweit ist die Familie der Eulenfalter mit über 1 800 Arten und Unterarten in 36 Unterfamilien mit insgesamt 343 Gattungen vertreten. In Deutschland, in der Schweiz und in Österreich sind etwa 640 Eulenfalterarten heimisch.

Beschreibung

Mitglieder der Eulenfalterfamilie kommen in allen Größen, Formen und Farben vor, sind aber in der Regel unauffällig gefärbt, groß und robust. Sie erreichen eine Flügelspannweite von 14 bis 300 Millimetern, ihr Körper erscheint langgestreckt und ist eher kräftig gebaut. Die Vorderflügel sind schmal bis breit, die Flügelgrundfärbung reicht von grün, grau, dunkel, rötlich bis zu allen Farbabstufungen von Braun. Ihre Zeichnung variiert innerhalb der Arten und ist zwischen den Arten sehr unterschiedlich. Die Komponenten der Musterung bleiben jedoch immer dieselben. Dominant sind dabei die mehrfachen Querlinien, die meist wellenförmig angeordnet sind. Durch die dominantesten unter ihnen werden die Flügel quasi dreigeteilt: in das Basal- oder Innenfeld, in das Mittelfeld und in das Saum- oder Außenfeld. Das Mittelfeld weist meist zwei bis drei Flecken auf, die auch Makeln genannt werden. Sie können unterschiedlich ausgeprägt und geformt sein.

Ihre Fühler sind mittellang, beim Weibchen fadenförmig, beim Männchen fadenförmig, gezähnt oder gekämmt.

Beispiele für Unterfamilien
  • Catocolinae
  • Plusiinae
  • Acontiinae
Raupen der Eulenfalter

Auch sie sind sehr verschieden. Die Raupen der meisten Eulenfalter tragen nur wenige und kurze Haare, einzelne Arten weisen aber eine extreme Langhaarbildung auf.

Lebensweise

Die meisten Eulenfalter sind dämmerungs- oder nachtaktiv, einige Arten wie die Braune Tageule oder die Gamma-Eule sind jedoch tagaktiv. Einige Arten fliegen auch noch bei Temperaturen um den Gefrierpunkt.

Die meisten Raupen sitzen während des Fressens auf den Blättern ihrer Wirtspflanzen. Andere sind Minierer oder fressen unterirdisch an Wurzeln. Auch die Raupen der meisten Eulenfalterarten sind überwiegend nachtaktiv. Zu ihren Futterpflanzen zählen fast alle krautigen Pflanzen, Sträucher und Laubbäume. Nur wenige Arten fressen an Nadelbäumen. Einige unter den Raupen sind räuberisch und fressen zusätzlich andere Raupen und manche sogar Raupen der eigenen Art.

Unter ihnen gibt es zahlreiche Arten, die in der Land- und Forstwirtschaft als Schädlinge gelten; so beispielsweise die Kieferneule.

Lebensraum Almregionen

Zimteule

Eulenfalter kommen in den heimischen Almregionen arten- und individuenreich vor. Bei nächtlichen Beobachtungen im Bereich des Nationalparks Hohe Tauern machen sie sogar oft den Großteil der Falter aus. Verschiedene Arten der zahlreich auftretenden Gattung Apamea steigen bis in alpine Stufen hoch. Die zu den Goldeulen zählende Silberblatt-Goldeule kommt häufig vor, während die Habichtskraut-Silbereule nur lokal zu beobachten ist.

Die Eisenhut-Höckereule ist fast im ganzen Nationalparkgebiet verbreitet. Der Wolfseisenhut ist im Alpenvorland und in den Waldregionen die bevorzugte Futterpflanze dieser Art, während sie in den Almregionen hauptsächlich am Blauen Eisenhut frisst. Wenige Eulenfalterarten leben ausschließlich auf der alpinen Stufe auf den dort vorkommenden ursprünglichen oder extensiv genutzten Rasen, besonders im Krumm-Seggenrasen.

Quellen

  • Eintrag in der deutschsprachigen Wikipedia zum Thema "Eulenfalter"
  • Peter Huemer / Christian Wieser, Schmetterlinge, Wissenschaftliche Schriften Nationalpark Hohe Tauern, Matrei 2008