Kupelwieserschlössl

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Das Kupelwieserschlössl
Karte
Einfahrtsgebäude beim Kupelwieserschlössl

Das Kupelwieserschlössl oder Konstantinturm, auch Marienschlössl und Staufenblick genannt, befindet sich auf dem Salzburger Mönchsberg und ist im Besitz der Familie Widrich. Es gehört zu den denkmalgeschützten Objekten in der Stadt Salzburg.

Beschreibung

Die bei der Richterhöhe stehenden Türme wurden 1367 als Falkenturm und 1380 als Dompropstei-Turm genannt. Sie dürften kurz vorher von der Salzburger Bürgerschaft erbaut worden sein, blieben aber nicht lange in deren Besitz.

Später erhielt der Turm nach seinem zeitweiligen Besitzer, dem Domherrn Konstantin Graf Liechtenstein, den Namen Konstantinturm. Dieser stürzte 1831 ein. An seiner Stelle erbaute Josef Achleitner 1865 das von ihm so genannte Marienschlössl, später von Franz Kupelwieser Staufenegg (bzw. auch Staufenblick) genannt.[1]

Im heute privaten Teil der fürsterzbischöflichen Wehranlage der Richterhöhe thront das Kupelwieserschlössl, seit 100 Jahren im Besitz der Familie Kupelwieser-Widrich. Peter Handke hat hier geschrieben.

Gerheid Widrich (geborene Kupelwieser) und Hans Widrich führen durch ihr Schlössl und lassen in die Geschichte des Hauses und ihrer Familie blicken. Sie kennen die Salzburger als ehemalige Ärztin und Landesrätin – übrigens die erste Frau in der Salzburger Landesregierung –, er war über Jahrzehnte Pressechef der Salzburger Festspiele. Der Journalist stand auch dem Salzburger Kunstverein als Präsident vor.

Als Erstes fallen Ritterrüstungen, Gewehre und Nachtwächterspieße ins Auge. Ein wahrlich wehrhafter Empfang, der zum Äußeren des Kupelwieserschlössls passt. Herzstück des Gebäudes ist ein alter Stadtturm aus dem Mittelalter, der im Lauf der Zeit ausgebaut worden ist. Die Waffensammlung stammt aus dem Besitz von Franz Kupelwieser, dem Großvater Gerheid Widrichs und Käufer des Hauses auf dem Mönchsberg.

Kupelwieser war Leiter und Teilhaber von Eisenwerken in Böhmen und wurde damit reich. Der Industrielle erwarb das Schlössl in Salzburg mit Kaufvertrag vom 2. Dezember 1912, also vor 100 Jahren. Er investierte kräftig in sein neues Anwesen, das er Schloss Stauffenegg nannte, ließ es um- und ausbauen.

Das Porträt von Franz Kupelwieser hängt im Salon des Hauses – in einem großen, lichtdurchfluteten Zimmer – wie all die anderen Bilder der Ahnen aus der Kupelwieser’schen Sippe. An dem großen, runden Biedermeiertisch sind schon viele Gäste gesessen, allen voran Peter Handke, der in seiner Salzburg-Zeit von 1979 bis 1987 mit Tochter Amina und der damaligen Ehefrau Libgart Schwarz im Nebentrakt des Schlössls gewohnt hat. Hier hatte der Schriftsteller beispielsweise sein Kompendium „Am Felsfenster morgens (und andere Ortszeiten 1982 bis 1987)“ geschrieben. Hans Widrich und Peter Handke sind befreundet, beide stammen aus Griffen in Kärnten.

Nach dem Tod des Vaters von Gerheid Widrich, Ernst Kupelwieser, 1964, wurde der Besitz auf die Erbinnen aufgeteilt. In den 1970er-Jahren kauften Gerheid und Hans Widrich den rückwärtigen Teil von den älteren Halbschwestern zurück, die nach Kanada ausgewandert waren.

Das Gebäude ist schwierig zu erhalten, aber es ist so gut wie schon lang nicht mehr beisammen“, sagt Hans Widrich. Er hat moderne Kunst in das Haus gebracht, eine perfekte Ergänzung zum historischen Inventar.

Der Besitz werde weiter gepflegt, sagt Virgil Widrich, Filmproduzent und Professor an der Universität für Angewandte Kunst Wien. „Das Haus der Kindheit ist immer ein besonders magischer Ort – Räuberhöhle, Ritterburg. Was andere als Playmobil oder Lego haben, haben wir echt.

Ereignisse

Der 1885 geborene Hausmeister Franz Hetteger war in den 1920er-Jahren Bediensteter im Kupelwieserschlössl. Dabei hatte er sich aus dem Besitz seiner Herrschaft bedeutende Sachwerte angeeignet. Er stieg wiederholt in die Villa ein und entwendete Leinwandballen, Anzüge, Wäsche usw. von beträchtlichem Wert.

Am 8. Dezember 1923 musste sich Hetteger vor Gericht verantworten. Er begründete die Diebstähle mit Not. Der Einzelrichter Hofrat Dr. Hassak verurteilte ihn zu fünf Monaten schweren Kerker, seine Frau Hilda, die von den Diebstählen gewusst hatte, bekam einen Monat strengen Arrest. Der Friseurgehilfe Johann Lehner, der von Hetteger gestohlene Sache gekauft hatte, erhielt vier Monate schweren Kerker.[2]

Weblinks

Quellen

Einzelnachweise

  1. Quelle ANNO, Salzburger Volksblatt, Ausgabe vom 10. September 1927, Seite 10
  2. Quelle ANNO, Salzburger Chronik, Ausgabe vom 8. November 1923, Seite 5