Mönchsberg

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Panorama: Mönchsberg (Ostseite)
Karte
Blick von der Wallfahrtsbasilika Maria Plain auf den Salzburger Stadtteil Mülln und den Nordabfall des Mönchsbergs, für Details Bild anklicken
Richterhöhe: Denkmal für Eduard Richter
Bürgermeisterloch, Blick von Nonntal

Der Mönchsberg ist ein Stadtberg in Salzburg und Teil eines Landschaftsschutzgebietes sowie Teil eines Landschaftsraumes der Salzburger Altstadt. Seine höchste Erhebung ist mit 508 m die Richterhöhe.

Name

Der Name Mönchsberg ist von den Mönchen des an seinem Fuße gelegenen Benediktinerkloster St. Peter abgeleitet.

Geografie

Der Mönchsberg schließt mit der Mönchsbergscharte westlich an den Festungsberg an, nordöstlich befindet sich die Altstadt. Er erstreckt sich in Süd-Nord-Richtung von der Richterhöhe über eine markante Engstelle in seiner Mitte über dem Sigmundstor, orografisch links der Salzach entlang bis nach Mülln. Er hat die Form einer liegenden Acht oder einer Sanduhr, eine Länge von etwa 1,4 km und eine Breite von etwa 450 Metern. An seiner Engstelle über dem Sigmundstor ist nur 150 Meter breit.

Geologie

Er setzt sich in erster Linie aus Konglomerat zusammen. Der Konglomerat besteht aus schräg übereinander liegenden Bänken aus feinkörnigen und mittelkörnigen Schichten, zwischen denen sich schmale Sandlagen befinden (meist Grobsand, sehr selten Feinsand). Die Lagen sind unterschiedlich stark verkittet, die wenig verfestigten Lagen sind aufgrund der höheren Verwitterungsanfälligkeit gut als Nischen in den Felswänden erkennbar.

Bohrungen, die das Konglomerat durchstießen, zeigten, dass das Gestein des Mönchsbergs nicht auf hartem Untergrund, sondern auf weicher Grundmoräne bzw. auf Gosauschichten (Sandstein und Mergel) liegt. Im Bereich der vertikalen Felswände bildeten sich hangparallele Entspannungsklüfte, die häufig mit Lehm gefüllt sind. Sie dürften durch die Unterschneidung des Bergs durch die Salzach, während der Steinbrucharbeiten oder durch natürliche Entspannungsvorgänge entstanden sein. Die Brüche bewirken, dass mitunter Wasser in das Gestein eindringt. Dadurch kommt es zu einem Auftrieb; der Reibungswiderstand wird reduziert, was zum Abbruch ganzer Felspartien führen kann. Die Nord-Ost-Flanke des Mönchsbergs besteht zu einem großen Teil aus vertikalen alten Steinbruchwänden. Die natürlichen ebenfalls meist vertikalen Felswände sind unregelmäßiger und haben häufig Erosionskehlen, die durch das Abwittern der wenig verfestigten Lagen entstanden sind. An der Ostseite lassen sich ebenfalls Erosionskehlen entdecken. Die Seite Richtung Mülln und Riedenburg wurde aus Verteidigungsgründen skarpiert (vertikal abgearbeitet).

Am Mönchsberg herrschten zwei Arten von Massenbewegungen vor: Kleine Steinschläge, die durch oberflächliche Verwitterung ausgelöst wurden und Felsstürze bis zu ca. 100 000 m³.

Als Plateauberg stellt er mit seinem kleinräumigen Wechsel von Wald und Wiesen und seinen vielen Aussichtsplätzen einen Naherholungsraum und Touristenziel dar.

Geschichte

Der Mönchsberg bietet durch seine Lage und Form einen natürlichen Schutz, der an seiner Nordostseite die Bildung einer Siedlung begünstigte. Durch zahlreiche Wehranlagen und Wehrtürme hatte man später die strategisch vorteilhafte Lage noch verstärkt.

Die Wehrbauten auf dem Mönchsberg sind weitgehend erhalten.

Schon 1137 bis 1143 wurde der Stiftsarmstollen des Almkanals bergmännisch durch den Berg getrieben, um das Wasser des Almkanals in die Altstadt zu leiten. Dieses einzigartige Stollenbauwerk ist bis heute erhalten und kann während der jährlichen Almabkehr im September besichtigt werden.

Die Äbte des Erzstifts St. Peter wohnten zeitweise in der Edmundsburg oberhalb der Felsenreitschule. Das älteste Observatorium der Universität Salzburg befand sich auf dem Mönchsberg auf dem Gebiet des heutigen Schlosses Mönchstein.

In den frühen Morgenstunden des 16. Juli 1669 fand auf die Gstättengasse der wohl schwerste Bergsturz in der Stadt Salzburg statt.

Das Sigmundstor (im Volksmund Neutor genannt) wurde von 1764 bis 1766 erbaut. Es verbindet die Altstadt mit dem Stadtteil Riedenburg im Westen.

1889 entdeckte man eine Tropfsteinhöhle im Bereich von Bucklreuth.

1874/1875 wurde der erste Wasserspeicher für Untersberg-Quellwasser auf dem Mönchsberg gebaut (1 080 m³). Noch heute wird die Stadt aus einem auf dem bzw. im Berg gelegenen Hochbehälter von 25 000 m³ mitversorgt.

Das Johannes-Schlößl entstand im 16. Jahrhundert und ist heute im Besitz der Kongregation der Pallottiner. Dort in der Nähe befindet sich das Marketenderschlössl.

Das Grand Café Winkler begann als Restauration Elektrischer Aufzug Ende des 19. Jahrhunderts und wurde nach dem Zweiten Weltkrieg ein beliebter Treffpunkt der Salzburger, bis es in den 1990er abgerissen wurde. An seiner Stelle entstanden das Restaurant M32 und das Museum der Moderne Mönchsberg, leicht zu erreichen mit dem Mönchsbergaufzug.

Am 10. Juli 1907 gelang der erste der beiden bisherigen Nachweise einer Choristoneura murinana am Mönchsberg.

Im Mönchsberg befinden sich die Mönchsberggaragen mit Ausgängen in die Altstadt (Toscanini-Hof und Bürgerspital St. Blasius‎‎) und einem direkten Zugang zu den Festspielhäusern.

Bekannt ist auch das Freyschlösschen, auch Freyvilla genannt.

Mönchsberg in alten Ansichten

Aussichtspunkte

Trinkwasserbrunnen

Gastronomie

Museen

Auf dem Mönchsberg befinden sich das Salzburger Museum der Moderne und das Wassermuseum Mönchsberg, in dem man Wissenswertes rund um die Wasserversorgung der Stadt Salzburg erfährt.

Bilder

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Literatur und Quellen

  • Del-Negro, Walter: Geologie der österreichischen Bundesländer in kurz gefassten Einzeldarstellungen, Salzburg/Wien 21970.
  • Donner, Wilhelm: Beiträge zur Geologie der Stadt Salzburg (ungedr. naturw. Diss. Salzburg), Salzburg 1987.
  • Hauer, Katrin: Der plötzliche Tod. Bergstürze in Salzburg und Plurs kulturhistorisch betrachtet, Wien: LIT-Verlag 2009. [1]
  • Hauer, Katrin: Der Bergsturz des Mönchsbergs in der Stadt Salzburg von 1669. Wahrnehmung, Deutung und Bewältigung, in: Historische Sozialkunde, Themenheft 2/2008: Naturkatastrophen (Hg. Christian Rohr), Wien 2008, 21-31.
  • Kieslinger, Alois: Die nutzbaren Gesteine Salzburgs, Salzburg/Stuttgart 1964.
  • Medicus, Reinhard: Der Mönchsberg in Natur- und Kulturgeschichte in: Der Gardist – Jahresschrift der Bürgergarde der Stadt Salzburg, 23. Jahrgang, 2003
  • Medicus, Reinhard: Die Felsen des Mönchsbergs und ihre Geschichte in: Bastei – Zeitschrift für die Erhaltung von Bauten, Kultur und Gesellschaft, 53. Jahrgang, 3. Folge, Salzburg 2004
  • v: Dreißigjähriger Krieg und Müllner Schanze – Rekonstruktion einer Wehranlage in: Bastei – Zeitschrift für die Erhaltung von Bauten, Kultur und Gesellschaft, 54. Jahrgang, 1. Folge, Salzburg 2005
  • v: Die alte Bürgerwehr am Mönchsberg und ihre Geschichte in: Bastei – Zeitschrift für die Erhaltung von Bauten, Kultur und Gesellschaft, 53. Jahrgang, 2. Folge, Salzburg 2004
  • Martin, Franz: Salzburger Straßennamen. Verzeichnis der Straßen, Gassen, Plätze, Wege, Brücken, Tore und Parks mit Erklärung ihrer Namen. 5., wesentlich überarbeitete Auflage von Leitner-Martin, Willa und Martin, Andreas. Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde, 25. Ergänzungsband, Selbstverlag der Gesellschaft, Salzburg 2006

Weblinks

Salzburger Stadtteile und Landschaftsräume in der Stadt Salzburg