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Feldhase

Der scheue "Meister Lampe" ist jederzeit wachsam..
..und fluchtbereit.
Während der Paarungszeit werden Feldhasen tagaktiv..
..und man kann gelegentlich mehrere Männchen..
.. bei deren gegenseitiger Verfolgung beobachten.

Der Feldhase (Lepus europaeus) ist ein Säugetier aus der Familie der Hasen (Leporidae). Er zählt im Bundesland Salzburg zum jagdbaren Wild und kommt heute aufgrund von meist aus jagdlichen Gründen erfolgten Einbürgerungen auf beinahe allen Kontinenten vor. Sein Bestand nimmt jedoch aufgrund der intensiv betriebenen Landwirtschaft sowie aufgrund des Straßenverkehrs in vielen Regionen Europas ab.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung und Lebensraum

Gemeinsam mit dem Schneehasen ist der Feldhase der größte der Hasenartigen in Europa. Seine Kopf-Rumpflänge beträgt 42 bis 68 cm, die Schwanzlänge 6,2 bis 13,3 cm. Auffallend und kennzeichnend sind die langen Ohren und Hinterbeine. Sein Fell ist langhaarig, die Deckhaare sind beim europäischen Vorkommen gebogen und seine Wollhaare weisen eine weiße Basis auf. Ausgewachsen wiegt der Feldhase 2,5 bis 6,4 kg.

Er lebt in halboffenen und offenen Landschaften. Dazu zählen lichte Wälder, Steppen und Dünen. Zu seinem Lebensraum zählen auch Agrarlandschaften, in denen Hecken, Büsche und angrenzende Wälder vorhanden sind.

Lebensweise

Der Feldhase ist vorwiegend dämmerungs- und nachtaktiv. Vor allem am Beginn der Fortpflanzungszeit im Spätwinter und im Frühjahr ist er auch tagsüber zu sehen und sein über das restliche Jahr gepflegte Einzelgänger-Dasein weicht einem geselligen Treiben, in dem man Gruppen von bis zu zehn Individuen ausmachen kann.

Der Feldhase ruht in seiner „Sasse“, eine flache, gut gedeckte Bodenmulde. Er drückt sich dabei in die Mulde und prüft mit angelegten Ohren und mit aufmerksamem Blick seiner großen Augen die Umgebung. Auf seine gute Tarnung bauend, ergreift der Feldhase bei Gefahr erst im allerletzten Moment die Flucht. Tatsächlich verschmelzen Feldhasen aufgrund ihrer Fellfarbe und ihres Verhaltens so gut mit ihrer Umgebung, dass sie oft erst dann ins Auge fallen, wenn sie die Flucht ergreifen. Sie können dabei Geschwindigkeiten bis zu 70 km/h erreichen und bis zu zwei Meter hoch springen. Darüber hinaus sind Feldhasen gute Schwimmer und sind Wasserläufe und stehende Gewässer für sie kein Hindernis.

Ernährung, Fortpflanzung, Lebensdauer

Feldhasen ernähren sich von grünen Pflanzenteilen, Knollen, Wurzeln und Getreide und fressen im Winter auch die Rinde junger Bäume. Während der Fortpflanzungszeit kämpfen mehrere Männchen um ein Weibchen. Sie jagen und „boxen“ einander, d. h. sie schlagen mit ihren Vorderpfoten auf die Konkurrenten ein. Die Fortpflanzungszeit dauert hierzulande vom Jänner bis in den Oktober. Die Weibchen bekommen in einem Jahr drei bis vier Würfe, wobei die Tragzeit 42 Tage dauert. Meist besteht ein Wurf aus ein bis fünf Jungen, manchmal auch aus sechs. Sie werden behaart und sehend geboren und sind ausgeprägte Nestflüchter.

Feldhasen werden bis zu 12,5 Jahre alt. Die Mehrzahl überlebt jedoch ihr erstes Jahr nicht. Pestizid- und Maschineneinsatz in der intensiv geführten Landwirtschaft tun das ihre und führen nebenher auch zur Abnahme von Saum-, Kraut- und Staudenfluren und zum Abkommen von Brachflächen. Im Nachbarland Deutschland gilt der Feldhase als gefährdet und in manchen Bundesländern sogar als stark gefährdet. Im Bundesland Salzburg gehört der Feldhase zu den Wirbeltieren der Tauernregion und ist bisher weder „richtliniengeschützt“ noch zählt er zu den voll geschützten Tieren.

Mensch und Hase

Der Feldhase ist in der Kunst präsent und spielt nicht selten eine Rolle in Märchen und Fabeln. Er hat auch in der Sprache seinen Niederschlag gefunden: wer kennt nicht den Angsthasen oder den Hasenfuß. Seine Eigenschaften wie Schnelligkeit, Scheu, Wendigkeit und seine langen Ohren sind sprichwörtlich. Allgemein bekannt ist der Feldhase als die gestaltgebende Figur für den Osterhasen.

Quellen