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Mähtod

"vermäht"

Zahlreiche Wildtiere erleiden jährlich den Mähtod.

„Vermäht“

Landwirtschaftlich extensiv oder intensiv genutztes Grünland ist auch Lebensraum für Wildtiere. Jährlich werden im Bundesland Salzburg wie auch in den anderen Bundesländern hunderte von Wildtieren wie Rehkitze, Feldhasen, Rebhühner, Fasane, Feldlerchen und andere Wildtiere durch den Einsatz maschineller Mähgeräte verletzt oder getötet. Sie werden „vermäht“.

Dadurch sind speziell die auf Wiesen brütenden Vögel wie Kiebitz, Feldlerche, Wachtelkönig, Brachvogel und Bekassine mittlerweile in ihrem Bestand so gefährdet, dass sie auf den Roten Listen zu finden sind. Denn mitten in der Brut- und Aufzuchtperiode beginnt auch die Mähsaison. Die Gelege der Bodenbrüter werden von den Mähwerken oder den Traktorreifen zerdrückt. Die jungen Feldhasen, die sich in ihre Sasse hinein ducken, wie auch die Rehkitze, die aufgrund ihrer Tarnfarbe im hohen Gras nicht gesehen werden, kommen durch das scharfe Mähwerk um.

Nach der Einschätzung der österreichischen Jägerschaft werden im gesamten Bundesgebiet jährlich allein 20. – 25.000 Rehkitze „vermäht“. Vor allem in südexponierten Wiesen ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich hier Rehkitze verstecken, hoch. Über Jahrtausende erlernte und für das Überleben der Tiere wichtige Schutzmechanismen, wie das Hineinducken in die Sasse und das „Sich-Drücken“ vor dem herannahenden Feind, werden angesichts der Mähwerke zunichte, ja erzielen sogar den gegenteiligen Effekt.

Jäger und Landwirte sind gefordert, mehr gegen den Mähtod zu unternehmen. Aber es geht hier nicht um die Anklage von Tätern. Die in der Grünlandbewirtschaftung eingesetzten Maschinen wurden selbst im Bergland in den letzten Jahren immer schneller und effizienter, die Bewirtschaftung der Grünflächen immer intensiver. Es wird häufiger und früher im Jahr gemäht. Es entsteht ein immer größeres Spannungsfeld zwischen ökonomischem Druck und ökologischen Erfordernissen.

Maßnahmen gegen den Mähtod

Vorweg: das Allheilmittel zur völligen Vermeidung des "Vermähens" ist noch nicht erfunden. Es gibt aber Mittel und Möglichkeiten, die Anzahl der Opfer zu verringern. So werden zeitlich an die Bedürfnisse der Wildtiere besser angepasste Mähtermine, ein nicht so tiefer Schnitt und die Mahd einer Grünfläche von innen nach außen, um den Tieren die rechtzeitige Flucht zu ermöglichen, oder das Aufstellen von Wildscheuchen am Tag vor der Mahd als probate Mittel für die Reduktion der Opfer angesehen. Aber auch der Einsatz neuer Technik wie Ultraschallgeräte zum Vertreiben der Wildtiere vor der Mahd bis hin zu Suchgeräten mit Infrarotsensoren, die über die Körperwärme der Tiere deren Standort ausmachen können, werden erprobt. Aber schon ein lärmendes Begehen der Fläche, bevor diese gemäht wird, könnte vielen Jungtieren – entweder durch Markierung der Gelege, oder durch das In-die-Flucht-Treiben - eine Überlebenschance verschaffen.

Vor all diesen Maßnahmen steht jedoch die Sensibilisierung der in der Landwirtschaft Tätigen. Da im Bundesland Salzburg viele Bauern gleichzeitig Jäger sind, besteht hierzulande vielleicht eine gute Chance, durch entsprechende Kommunikation beider Berufsgruppen untereinander die Zahl der Opfer des Mähtodes nach und nach zu reduzieren.

Quellen