Florian Flicker

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Florian Flicker (* 21. August 1965 in Salzburg; † 23. August 2014 in Wien) war Regisseur sowie Autor für Film und Theater. Er lebte in Wien.

Leben

Bekannt wurde der gebürtige Salzburger mit seinem vielfach ausgezeichneten Spielfilm "Der Überfall" (2000) (mit Roland Düringer, Josef Hader und Joachim Bißmeier). Sein letzter Kinofilm war seine “Weibsteufel”-Adaption “Grenzgänger”, die dreifach mit dem Österreichischen Filmpreis 2013 (u. a. für das beste Drehbuch) ausgezeichnet wurde.

Mit dem Experimentalfilm und Expanded Cinema, mit "Halbe Welt", begann er 1993 seinen Karriere mit seinem ersten Spielfilm. 1998 erhielt sein Roadmovie "Suzie Washington" bei der "Diagonale" den Titel als Bester österreichischer Kinofilm. 2000 folgte mit "Der Überfall" sein wohl bekanntester und darüber hinaus u.a. in Locarno, Schweiz, mit den "Bronzenen Leoparden" ausgezeichneter Streifen.

Er machte sich auch als Dokumentarist einen Namen. 2006 erschien sein bei den Hofer Filmtagen sowie als Diagonale-Eröffnung aufgeführter Dokumentarfilm über die niederösterreichischen Westernstadt-Touristenattraktion "No Name City". Schon 1997 hatte Flicker mit einem Film über die Neue-Volksmusik-Gruppe Attwenger ein Werk abseits fiktiver Pfade vorgelegt.

Im Theater inszenierte Flicker 2008 zwei Mal am Wiener Schauspielhaus (“Juli” und “Die Strudlhofstiege, Folge 8″). Daneben lehrte er in den Nullerjahren u. a. an der Wiener Filmakademie, erarbeitete Reportagen und verfasste mit Dolphins auch ein Hörspiel für den NDR.

Der Spielfilm ruhte in dieser Zeit. Erst zwölf Jahre nach "Der Überfall" legte Flicker mit "Grenzgänger" 2012 wieder einen abendfüllenden Spielfilm vor. Neben dem Österreichischen Filmpreis wurde dieser nach seiner dortigen Uraufführung beim Filmfestival Sarajevo ausgezeichnet und landete später auf der Longlist des Europäischen Filmpreises.

Flicker hatte bereits zwei weitere Spielfilme, einen komödiantischen und einen politischen, in Vorbereitung. Er starb, nur zwei Tage nach seinem 49. Geburtstag, in Wien nach kurzer, schwerer Krebserkrankung.

Filmographie

  • 1993 Halbe Welt (Half World), 83 min., Kino, Science Fiction, Regie, Buch (Co-Autor: Michael Sturminger)
  • 1996 Attwengerfilm, 80 min., Kinodokumentarfilm über die Band Attwenger, Co-Regie (mit Wolfgang Murnberger & Bernhard Weirather)
  • 1998 Suzie Washington, 87 min., Kino, Roadmovie, Regie, Buch (Co-Autor: Michael Sturminger)
  • 2000 Der Überfall (Hold Up), 84 min., Tragikomödie, Regie, Buch (Co-Autorin: Susanne Freund)
  • 2006 No Name City (Film), 86 min., Kinodokumentarfilm, Regie, Buch
  • 2012 Grenzgänger, 88 min., Kino, Drama, Regie, Drehbuch

Auszeichnungen

für seine Filme
  • Halbe Welt
    • 1994 Spezialpreis der Jury für den besten Erstlingsfilm des Fantastica Film Festivals in Géradmer (Jury: Terry Gilliam, Walter Hill, Dario Argento, Jerry Schatzberg)
    • 1994 Coup de Coeur des Festival du film d'action et d'aventure de Valenciennes
    • 1994 2. Preis des Filmkunstfests Mecklenburg-Vorpommern in Schwerin
    • 1994 Nominierungen für den österreichischen Filmpreis Goldener Kader: Drehbuch, Ausstattung
  • Suzie Washington
    • 1998 Großer Diagonale-Preis Bester österreichischer Kinofilm
    • 1996 Carl Mayer Drehbuchpreis
    • 1998 Best Actors Award an Birgit Doll & Roberto Benigni (Das Leben ist schön) Fort Lauderdale USA
    • 1998 Femina Filmpreis 1998 an Mona Willi (Montage) Max Ophüls Wettbewerb
    • 1995 Drehbuchpreis der Stadt Salzburg
  • Der Überfall
    • 2000 Großer Diagonale-Preis Bester österreichischer Kinofilm
    • 2000 Bronzener Leopard des Filmfestivals Locarno (Actors Award an die 3 Hauptdarsteller)
    • 2001 Preis des Saarländischen Ministerpräsidenten des Filmfestivals Max Ophüls Preis in Saarbrücken
    • 2001 Lady Harimaguada de Plata (2. Preis, Kategorie Bester Spielfilm) des Festival Internacional de Cine de Las Palmas de Gran Canaria
    • 1995 Drehbuchpreis der Stadt Salzburg
  • No Name City
    • 2006 Diagonale-Preis 2006 an Dieter Pichler für "Beste künstlerische Montage Dokumentarfilm"
  • Grenzgänger
    • 2012 CICAE Art Cinema Award, Sarajevo Filmfestival
    • 2013 Österreichischer Filmpreis 2013 in den Kategorien "Bestes Drehbuch" (Florian Flicker), "Beste Kamera" (Martin Gschlacht) und "Beste Musik" (Eva Jantschitsch)
für sein Werk
  • 1998 Österreichischer Förderungspreis für Filmkunst
  • 2002 Kulturpreis des Landes Oberösterreich
  • 2014 Österreichischen Kunstpreis in der Kategorie Film

Weblinks

Quellen