Landfahne

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Die Landfahne bedeutete so etwas wie die Einführung der allgemeinen Wehrpflicht in Salzburg und stellte eine für heutige Begriffe milizartige Heereseinrichtung dar. Im Jahr 1456 wurde in Salzburg die Verfügung erlassen, „dass jeder 10. Mann der Bevölkerung zur Aufstellung der Landfahne abzustellen sei und registriert werde", wozu Name, Herkunft und Alter der Stellungspflichtigen festgehalten wurden. Einige noch erhaltene Stellungslisten liefern wertvolle Hinweise über die damalige Bevölkerungszahl und Lebensverhältnisse.

Verschiedenes

In den Rüsthäusern der Pfleggerichte wurden die Waffen aufbewahrt und bei Anordnung des Pflegers ausgegeben.

Die Pfleger hatten eine sehr vielseitige Aufgabe, ihnen kamen nicht nur militärische Befehlsbefugnisse zu, sie waren zugleich auch Richter, Steuereintreiber, Bürgermeister und Ordnungsoberste.

Die Ausbildung der Wehrpflichtigen erfolgte durch erfahrene Soldaten und Militärpensionisten. Die Aufgabe der Landfahne war nur auf den Zweck der Verteidigung ausgerichtet, zu einem Angriffskrieg außerhalb des Landes konnte niemand gezwungen werden. Zudem war die Zeit der Einberufung mit vier Wochen im Jahr limitiert. Im Jahr 1805 wurde durch eine Verordnung des der französischen Besatzungsmacht die Landfahne aufgelöst.

Die Landfahne stellt somit eine Vorgängerin des heutigen historischen Schützenwesens in Salzburg dar.

Nach Auflösung der Landfahne kann es in mehreren Orten Salzburgs nach und nach zur Gründung von Schützenvereinigungen. Sie hatten aber nun das Mitwirken bei kirchlichen und weltlichen Festen und die (Wieder)Ausübung des Lärmbrauchtums als Ziel und wollten keinesfalls als militärische Gruppen gelten. Damit sollte verhindert werden, dass sie noch einmal in kriegerische Auseinandersetzungen hinein gezogen werden konnten.

Quelle