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Salzburger Bürgerzeche

Die Salzburger Bürgerzeche war die erste und frühe Organisationsform der Armenfürsorge.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Bereits am Beginn des 12. Jahrhundert wies die Stadt Salzburg wesentliche Merkmale einer Stadt auf. Unter anderem erscheint um 1100 die Salzburger Bürgerzeche auf. Es war dies die erste Nennung des Wortes Bürgerzeche im deutschen Sprachraum überhaupt. Die Aufgaben dieser Organisation waren die Armenfürsorge, sowie die Bereitstellung von Begräbnisstätten[1].

Schon im 11. Jahrhundert hatten die Salzburger Erzbischöfe den Bürgern der Stadt Salzburg politische Rechte verweigert. Aber man genehmigte ihnen die Möglichkeit, sich sozial und karitativ zu betätigen, in dem sie die Salzburger Bürgerzeche gründen durften. Darin wurden Gilden, Zechen und Zünfte zusammengeschlossen.

Der Oberbegriff „Zunft“ wurde für mehr oder weniger autonome körperschaftlich organisierte Formen eines Zusammenschlusses von Handwerkern und Handwerksmeistern verwendet, die in demselben Gewerbe arbeiteten (z. B. Schuhmacher, Schneider oder Leinenweber).[2]

Eine „Gilde“ (von altnordisch gildi für „Genossenschaft“, „Trinkgelage“) im engeren Sinne war im Mittelalter ein selbstnütziger und durch einen Schwur besiegelter Zusammenschluss von Kaufleuten (Patriziern) einer Stadt oder einer Gruppe fahrender Händler zum Schutz und zur Förderung gemeinsamer Interessen. Im weiteren Sinne wurden mit dem Begriff auch Handwerkergenossenschaften erfasst. Allerdings werden diese doch primär und zur Unterscheidung von den kaufmännischen Vereinigungen als Zünfte bezeichnet.[3]

So ergab sich eine weite Bedeutung für das Wort Zeche. Neben Bruderschaften und Zünften wurden auch Kaufmannsgilden als Zechen bezeichnet.

Urkunde um das Jahr 1100

In den ältesten Statuten der Salzburger Bürgerbruderschaft, im Volksmund Zeche bezeichnet, steht unter anderem:

"In der Stadt Salzburg gibt es eine Bruderschaft, die in der Umgangssprache Zeche genannt wird und von christlichen frommen Leuten gegründet wurde, die ihre Gebete und Gastmähler gemeinsam abhalten. Diese Gemeinschaft steht Klerikern, Mönchen, Nonnen, Frauen im weltlichen Stand, Reichen und Armen und allen, die ihr geziemend beitreten wollen, offen. Innerhalb dieser Bruderschaft gibt es 47 Gruppen ..."

Ende des 12. Jahrhundert erschienen dann umfangreichere Satzungen, die die Salzburger Bürgerzeche eindeutig als Vereinigung mit karitativen Zwecken auswies.

Quellen

Einzelnachweise

  1. Salzburger Urkundenbuch, Band IV, Anhang Nr. 404 a und b
  2. Quelle www.uni-muenster.de - Zünfte
  3. Eintrag in der deutschsprachigen Wikipedia zum Thema "Gilde (Kaufleute)"