Tanne

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Tanne-Collage, Baum, Zweig, Tannenzweig-Detail (Form der Nadeln)

Die Tanne ist ein immergrüner Baum, der innerhalb der Nadelhölzer zur Gruppe der Fichten gehört und von dem mehrere Arten bekannt sind. Tannen zählen auch zu den Bäumen im Nationalpark Hohe Tauern.

Allgemeines

Tannen sind immergrüne Bäume, die auch Schatten ertragen. Sie weisen meist einen vollholzigen Stamm auf und ihre Nadeln haben eine vieljährige Lebensdauer. Sie sind einzeln stehend und flach und bleiben auch noch lange nach dem Vertrocknen an den Zweigen haften. Nach dem Nadelabfall erscheinen die Zweige glatt und mit runden Narben bedeckt. Die Tannenzapfen stehen aufrecht und zerfallen nach der Samenreife unter Zurücklassung der Spindel.

Tannenarten

Dazu zählen die Weiß- oder Edeltanne, die Nordmannstanne, die Silbertanne, die Große Küstentanne, die Douglasie und die Hemlockstanne. Nordmannstanne und Silbertanne sind beliebte Zierbäume. Die Große Küstentanne und die Douglasie sind in Nordamerika beheimatet. Die Weiß- und Edeltanne ist jene Tanne, die in den heimischen Wirtschaftswäldern steht und auch als traditioneller Christbaum beliebt ist. Darüber hinaus gibt es noch andere Kultur-Tannenarten, die seit einiger Zeit als Weihnachtsbäume Verwendung finden.

Weiß- oder Edeltanne

Stammscheibe einer 400jährigen Weißtanne vom Faistenauer Schafberg im Foyer der NAWI Salzburg, Botanisches Institut

Sie gehört zu den anspruchsvollen Bäumen der heimischen Wälder und ist in ihrer Jugend gegen Spätfröste sehr empfindlich. Die Bewurzelung ist ziemlich tief und herzförmig. Mit ihrer dichten Krone schützt sie den Boden, der dadurch weniger leicht austrocknet. Sie ist ein ausgesprochener Schattholzbaum, der tiefgründigen, lockeren und feuchten Boden benötigt und bei guten Bedingungen - dazu gehört eine entsprechende Luftfeuchtigkeit - Wuchshöhen von über 40 Metern erreicht. Ihre Erscheinung ist in der Jugend spitzkegelförmig, später wird die Baumform mehrfach schirmförmig. Ihre Rinde ist weißlichgrau und da der Baum diese Farbe bis ins hohe Alter behält, entstand die Bezeichnung Weißtanne. An der Unterseite der flachen und an der Spitze eingekerbten Nadeln befinden sich zwei weißliche Längsstreifen.

Im Freistand wird die Tanne mit 30 bis 40 Jahren mannbar, im Bestandsschluss erst mit 60 bis 70 Jahren. Nachfolgend trägt sie je nach klimatischen Bedingungen alle zwei bis sechs Jahre zahlreiche Samen. Die Blüte erfolgt in den Monaten Mai bis Juni, die Zapfen reifen üblicherweise Ende September. Samen sind 50prozentig keimfähig und bleiben dies ein halbes Jahr lang. Bis zum 15. Jahr ist der Höhenwuchs sehr langsam, beschleunigt sich danach, um mit etwa 100 Jahren nachzulassen. Im Wirtschaftswald erreicht sie ein Höchstalter von 180 bis 200 Jahren bei einer Höhe von 30 bis 40 Metern und einem Meter Stammdurchmesser. Im Urwald kann die Weißtanne bis zu 500 Jahre alt werden und dabei einen Durchmesser von 1,5 und eine Höhe von 50 Metern erreichen.

Holzeigenschaften und Verwendbarkeit

Splint- und Kernholz sind beide gelblich-weiß und weisen ähnlich wie die Fichte oft einen grauen Schimmer auf. Es fehlen jedoch die Harzkanäle, die bei der Fichte vorhanden sind. Früh- und Spätholz sind meist deutlich voneinander abgegrenzt. Der Geruch des Tannenholzes ist nicht harzig wie bei der Fichte, sondern säuerlich und es kommt vor, dass ein dunkler Nasskern auftritt.

Tannenholz ist relativ leicht, der Splint ist gut - der Kern weniger leicht imprägnierbar. Alle Oberflächenbehandlungen sind gut möglich. Die Festigkeitswerte sind ähnlich der des Fichtenholzes. Tannenholz ist leicht spaltbar und weist ein sehr gutes Stehvermögen auf. Die Trocknung erfordert oft mehr Aufwand als Fichtenholz. Tannenholz wird als Nutzholz ohne Unterscheidung ähnlich eingesetzt wie Fichtenholz. Lediglich dort, wo der Harzgehalt der Fichte unerwünscht und die bessere Imprägnierbarkeit von Tannenholz von Nutzen ist, wird dieses bevorzugt. Das ist beispielsweise bei Behältern für Milch und für chemische Flüssigkeiten der Fall. Tannenholz wird auch von Kunsttischlern verwendet und als Blindholz verarbeitet. Auch für die Erzeugung von Schindeln und für Spanarbeiten wird Tannenholz eingesetzt. Als Schleif- und als Grubenholz wird Fichtenholz bevorzugt.

Waldanteil

Ihr Anteil im österreichischen Wirtschaftswald beträgt nur rund vier Prozent. Auffallend häufig kommt die Weißtanne im Bereich der Bezirksforstinspektionen Bregenz, Feldkirch und Kufstein vor. Sie wächst bis in Höhenlagen von über 1 800 m ü. A..

Tannen als Naturdenkmäler

In der Reihe der Salzburger Naturdenkmäler finden sich gegenwärtig einige Fichten, jedoch keine einzige Tanne.

Quellen

  • Gottfried Amann: Bäume und Sträucher des Waldes, Neumann Verlag Melsungen, 13. Auflage 1980
  • Heimisches Holz, Furnier- und Holzartenmustermappe, Bundesholzwirtschaftsrat, Wien, 1975