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Maschinelle Holzbringung und Bearbeitung auf der Brucker Sonnseite
Holz: zum Wohnen und Heizen, hier die Rocheralm bei Abtenau
Meterscheiter
Brennholz2
Schlagholz bei Schloss Fischhorn
Holz als Brennstoff
Brennholzproduktion als neues wirtschaftliches Standbein der Bauern
Langholz
Holz- u. Hackschnitzelllager am Rand von Waldgebieten

Holz stellt neben Wasser den wichtigsten Rohstoff im Bundesland Salzburg dar.

Inhaltsverzeichnis

Allgemeines

Mehr als die Hälfte der Landesfläche ist von Wäldern bedeckt.

Verwendung fand Holz bereits in der Frühzeit der Menschheit. Es wurde zur Salzgewinnung benötigt, später auch um die Sudpfannen in Betrieb zu halten. Auch die Schmelzhütten zur Gold- und Kupfergewinnung wurden mit Holzkohle, d. h. mit Holz beheizt. Es war Baustoff für Häuser, z. B. die alten Tauernhäuser und Heizmaterial. Im 19. Jahrhundert benötigte die Salzburger Papierindustrie in Hallein und Lengfelden (Gemeinde Bergheim) Unmengen von Holz.

Diese Bedeutung dieses Rohstoffes hat sich bis heute erhalten. Zahlreiche Möbelhersteller greifen wieder stärker auf Holz als natürlichen Baustoff zurück. Große Betriebe wie Kaindl Holzindustrie richten ihre gesamte Produktion auf Holz aus.

Eine eigene Fachhochschule Salzburg, Standort Kuchl mit zwei Studiengängen "Holz-Gestaltung" und "Design- u. Produktmanagement", unterstreicht die Bedeutung des Rohstoffs Holz für das Bundesland.

Holzfällen und Holzbringung

Vor der Mechanisierung

Das Fällen der Bäume erfolgte früher ausschließlich in Handarbeit. Die Holzknechte lebten oft wochenlang in primitiven Holzfällerhütten im Wald (Pflanzenformation) in der Nähe der Holzeinschläge, da die Wegzeiten zu lange gedauert hätten. Die Unterstände waren mit Rinde eingedeckt, gekocht wurde auf offenem Feuer und als Schlafstätten dienten einfache Holzpritschen, die zur Polsterung und als Wärmeschutz mit Fichtenästen belegt wurden. Als Werkzeug wurde die Hacke zum Baumfällen und zur Entastung, die Zugsäge ebenfalls zum Fällen und der „Zappel“ zum Fortbewegen der Stämme benutzt.

Die Holzbringung erfolgte bis zur Mechaniseriung der Holzwirtschaft unter Zuhilfenahme natürlicher Ressourcen wie Schnee und Eis. Die Bäume wurden gefällt, zu Rinnen und Gräben gezogen und nach ausreichendem Schneefall und Frost in den dafür vorgesehenen schnee- und eisbedeckten Rinnen zu Tal gelassen. Holzfuhren wurden im Winter auch mit Holzschlitten zu Tal gebracht. Zum Abtransport ab dem Talboden wurden Pferde, die einzelne Stämme an Ketten aus dem Wald zogen, eingesetzt und Pferdegespanne zum Abtransport von ganzen Fuhren verwendet. Es gab zahlreiche Fuhrwerksbetriebe, die vom Holztransport lebten. Große Mengen Holz wurden auch auf allen geeigneten und zur Verfügung stehenden Fließgewässern geflößt. Ab der Erbauung von Eisenbahnen erfolgte der Transport über die vorhandenen Strecken.

Seit der Mechanisierung

Der Einsatz von Maschinen beim Fällen des Holzes wird heute durch das Gelände bestimmt. Er reicht von Handarbeit in steilem Gelände bis zum Einsatz von Erntemaschinen, die ganze Bäume ausreißen, entrinden, entasten und in transportfähige Blochlängen zerlegen. Für den Abtransport der Bloche stehen durchwegs Güterwege, die auch mit großen LKws samt Anhänger befahren werden können, zur Verfügung. Das Holz wird mittels Kran auf – und abgeladen. Das alles erfolgt im Einmannbetrieb. Ist kein Güterweg vorhanden und geht es um große Mengen Holz, können heute auch mobile Abseilgeräte aufgebaut und eingesetzt werden, die die Bloche bis zur nächstgelegenen Abtransportstelle abseilen.

Holznutzung und Nutzholz

Holzkohle

Holzkohle ist ein Brennstoff, den man aus Holz gewinnt. Sie verbrennt flammenfrei und mit höherer Temperatur als Holz. Ohne Erzeugung von Holzkohle, die lange Zeit in Kohlenmeilern und später in Öfen erfolgte, wären weder der prähistorische noch der historische Bergbau denkbar gewesen. Holzkohle wurde vor dem Aufkommen von Sprengmitteln zum Erhitzen des Felsgesteins für den Erzabbau benötigt und für sämtliche Schmelzprozesse eingesetzt. Auch Schmiedearbeiten waren von Holzkohle als Brennstoff abhängig.

Die für die Holznutzung wichtigsten heimischen Baumarten

Von allen in Österreich vorkommenden Baumarten sind die folgenden 20 in der Reihenfolge ihrer Auflistung für die wirtschaftliche Holznutzung gegenwärtig am bedeutendsten. Es ist dies die Fichte, die Kiefer, die Lärche, die Tanne, die Zirbe, die Rotbuche, die Eiche, der Ahorn - in Salzburg der Bergahorn -, die Esche, die Grau-Erle, die Weißbuche, die Birke, die Pappel, die Ulme, die Linde, die Weide. Die Robinie (Akazie) kommt in Salzburg praktisch nicht vor, die Walnuss, die Birne und die Kirsche haben im Bundesland Salzburg ökologisch und als Nutzholz wirtschaftlich keine große Bedeutung.

Salzburger Siedlungsnamen im Zusammenhang mit Wald und Holz

Wald und Holz hatten in unserer Kulturgeschichte eine derart hohe Bedeutung, dass sie uns bis heute in Siedlungs- und in Familiennamen begegnen. Wir verwenden sie, ohne an die ursprüngliche Bedeutung zu denken.

Siedlungsnamen nach Wald

Die Gemeinde Wald im Pinzgau oder Stegenwald in Werfen sind in Salzburg bekannte Beispiele für insgesamt ca. 70 Siedlungsstandorte mit Waldnamen.

Siedlungsnamen nach Holz

Langenholz in Thalgau und Durchholz in St. Johann im Pongau sind Beispiele für die rund 80 Siedlungsstandorte in Salzburg, die nach Holz benannt wurden.

Neben Holz und Wald gibt es noch andere Bezeichnungen, die auf Holz oder Wald bezogen sind, aber heute auf den ersten Blick ihren Ursprung nicht mehr erkennen lassen. Andere Orts- und Familiennamen beziehen sich auf den aus Holz erzeugten Brennstoff Holzkohle oder den früheren Berufsstand der Köhler.

Salzburger Familiennamen im Zusammenhang mit Wald und Holz

Unter den Familiennamen, die im Zusammenhang mit Wald oder Holz stehen, gibt es sog. Herkunfts- und Wohnstättennamen wie zum Beispiel Holzleitner (Leite am Holz, am Wald), Hölzl, Widhölzl oder Widmoser. Mittelhochdeutsch bedeutet „Wit“ = Holz, Brennholz und „meiz“ = Schlag, d. h. der Name Widmoser leitet sich von Holzschlag ab.

Quellen