Urforelle

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Die Urforelle ist eine autochthone Bachforelle, die früher in Salzburger Hochgebirgsbächen heimisch war.

Allgemeines

Die Urforelle, eine autochthone (= am Fundort angestammte, im Bereich des Fundortes entstandene) Bachforelle des Donautypus, die früher in Salzburger Hochgebirgsbächen heimisch war, wurde durch Besatzmaßnahmen aus ihrem angestammten Lebensraum verdrängt. In den vergangenen Jahren hat man daher in isolierten Hochgebirgsgewässern des Nationalparks Hohe Tauern, in Nordtirol und in Südtirol gezielt nach Reliktpopulationen der Urforelle gesucht und ist in Osttirol fündig geworden.

Projekt

Im Rahmen des Projektes Interreg IIIA „Trout exam-invest“ wurden Bachforellen des ursprünglichen Donautypus in isolierten Hochgebirgsgewässern gesucht und entdeckt, mittels Gewebeproben genauestens untersucht und konnten mittlerweile erfolgreich nachgezüchtet werden. Dazu hat der Nationalpark Hohe Tauern geeignete Gewässerabschnitte gepachtet und die Urforelle zählt damit wieder zu den Tieren im Nationalpark Hohe Tauern. Damit ist es jedoch noch nicht getan. Nun ist es ein Anliegen der Nationalparkverantwortlichen, das Überleben dieser heimischen Bachforellenstämme zu sichern.

Warum Urforellen?

Hochgebirgsbäche, die das sog. Habitat der Urforelle bilden, (Habitat = Standort, an dem eine Tier- oder Pflanzenart regelmäßig vorkommt), stellen einen ganz eigenen Lebensraum dar. Die speziellen Bedingungen wie Hochwässer, ein hoher Schwebstoffeintrag durch Gletscherabflüsse u.a. werden von den standortfremden Besatzfischen oft nicht überlebt und man geht davon aus, dass Urforellen besser an diesen Lebensraum angepasst und daher eine höhere Überlebensrate und eine erfolgreichere Vermehrung zu erwarten sind. Ziel ist dabei die Erhaltung der Biodiversität (= biologische Vielfalt in Form von Artenvielfalt, genetischer Vielfalt, Vielfalt an Öko-Systemen) als zentrales Anliegen eines jeden Schutzgebietes.

Bisherige Ergebnisse und Aussichten

Nach nunmehr sechsjähriger Projektdauer sind die bisherigen Ergebnisse - gemessen an der Wiederfangrate, der Standorttreue und der Kondition der eingesetzten Urforellen – vielversprechend und man darf gespannt sein, wie sich die Dinge weiter entwickeln.

"Im Spätherbst 2009 konnten erste Laichgruben entdeckt werden, jedoch den Nachweis von Eigenaufkommen erbrachte erst die Kontrollbefischung Ende November 2011.“, berichtet Florian Jurgeit von der Nationalparkverwaltung. Die Problematik dabei ist, dass die kleinen Jungfische beim Elektrofischen sehr leicht übersehen werden bzw. durch die Netze schwimmen. Gegenüber Zuchtbedingungen benötigen die Bachforellen in diesen extremen Lagen länger um geschlechtsreif zu werden und sich selbst zu reproduzieren." (Zitat NPV-Homepage)

Quellen