Wirtschaftsunternehmen Aiderbichl

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die Stiftungen und Unternehmen im Überblick

Das Wirtschaftsunternehmen Aiderbichl besteht aus drei Stiftungen und zwei Gesellschaften mit beschränkter Haftung, die zusammen 26 Gnadenhöfe betreiben.

Allgemeines

Aiderbichl ist, rein wirtschaftlich betrachtet, eine Dachmarke. Dahinter stehen drei Stiftungen, zwei Betriebs-GmbH und insgesamt 26 Gnadenhöfe in Österreich, Deutschland, der Schweiz und Frankreich. Aiderbichl ist Mittelbetrieb mit gut 300 Angestellten, viele davon arbeiten Teilzeit, und einem Jahresumsatz von zuletzt 18,2 Mill. Euro. Knapp 6&bsp;000 Tiere werden betreut, darunter 740 Pferde und 450 Rinder. 14 Mitarbeiter sind in der Verwaltung.

Auf der Ausgabenseite stehen rund neun Mill. Euro für Personal, den Rest verschlingen Zu- und Umbauten, Tierarztkosten - und natürlich Tierfutter. Pro Jahr verfüttern die Pfleger etwa 126&bsp;000 Heuballen und 66&bsp;000 Ballen Stroh - jeder davon mit einem Gewicht von 400 Kilogramm. Dazu kommt etwa ein Fuhrpark von 15 Pkw und mehreren landwirtschaftlichen Maschinen allein am Standort Henndorf am Wallersee (Datenstand Sommer 2015).

Von den 26 Gnadenhöfen sind nur drei für Publikum zugängig:

Ein Pferd kostet 150.000 Euro Kaufmännisch rechnen die Aiderbichler für ein Rind oder Pferd mit rund 150.000 Euro an Gesamtaufwendungen, von der Aufnahme bis zum Tod des Tieres. Auch Hunde und Katzen seien nicht billig: Die Haltung sei personalintensiv und schlage mit 300 bis 500 Euro pro Monat zu Buche.

Der konsolidierte Abgang der "Firmengruppe Aiderbichl" betrug im vergangenen Jahr etwa 200.000 Euro und wurde laut Geschäftsführer Ehrengruber aus Rücklagen bedeckt.

Er teilt mit, es existierten Bankverbindlichkeiten in Höhe von knapp zwei Millionen Euro - die auch deshalb nicht höher seien, "weil Michael Aufhauser in den vergangenen Jahren mehrere Millionen Euro aus seinem Privatvermögen investiert hat".

Doch mit Gnade für Tiere lassen sich auch Einnahmen erwirtschaften. Aus Spenden und vor allem aus rund 56.000 Tierpatenschaften wachsen den Höfen in Summe rund 8,3 Mill. Euro pro Jahr zu. Den Löwenanteil lukriert das Wirtschaftsunternehmen Aiderbichl aus besagten Patenschaften, die 120 Euro pro Jahr kosten und als Gegenleistung freien Eintritt in den drei besuchbaren Gnadenhöfen bringen. Hinzu kommen sogenannte Plus-Mitgliedschaften für Tierfreunde, die ohne Anspruch auf Gegenleistung mehr Geld geben wollen. Rund 60 Prozent der Zuwendungen kommen aus Deutschland, knapp ein Drittel aus Österreich, nur ein sehr kleiner Teil aus der Schweiz. Auch testamentarische Schenkungen tragen zum Budget bei: 2,2 Millionen Euro waren es 2014.

Laut Ehrengrubers Auskunft sind Spenden aus Deutschland und der Schweiz steuerfrei, nicht jedoch aus Österreich. In den Satzungen sei vorgesehen, dass die Stiftungen sich bei Bedarf gegenseitig unterstützen könnten.

23 Gnadenhöfe ohne Besucher

Das gespendete Geld wird fast ausschließlich verwendet, um die 23 Gnadenhöfe ohne Publikumsbetrieb zu finanzieren. Die meisten davon befinden sich in Deutschland und Österreich, in der Schweiz wird ein kleines Katzenhaus geführt, dazu existiert eine Liegenschaft in Frankreich.

Die drei besuchbaren Höfe in Henndorf am Wallersee, Deggendorf und Iffeldorf tragen sich dagegen selbst und über "fixe" Patenschaften. Dort werden Eintrittsgelder erhoben, auch Souvenir-Verkauf und vegane oder vegetarische Restaurants betrieben. Wobei Henndorf am Wallersee etwas über sechs Mill. Euro Jahresumsatz erwirtschaftet, Deggendorf und Iffeldorf je etwas unter zwei Mill. Euro.

Öffentliches Geld erhalte man nicht, heißt es. Außer für die Haltung ehemaliger Laborschimpansen in Gänserndorf.

Die Zukunftsaussichten sind unsicher, da die Marke Aiderbichl eng mit der Person Michael Aufhauser verknüpft ist. Ehrengruber glaubt aber, dass es gelungen sei, "Aiderbichl auch selbstständig zu etablieren". Soll heißen: Die Marke müsse schlimmstenfalls auch ohne oder mit geringerer Präsenz des Gründers auskommen. Auf Gut Aiderbichl hofft man, dass die Spendenbereitschaft der Tierfreunde nicht nachlässt. Dennoch rechnet man nicht mehr mit weiterem Wachstum und spricht von einer "Konsolidierungsphase". Auch, weil die schlechte wirtschaftliche Lage den Spendenmarkt nicht gerade beflügle.

Theoretisch könnten die Aiderbichler wohl jede Woche eine Tierschutz-Ranch eröffnen. Die Rede ist von 70 bis 100 Anfragen von abgabewilligen Tierbesitzern. Und zwar täglich. Um diese abzuarbeiten, sitzen an sieben Tagen die Woche zwei Callcenter-Mitarbeiterinnen am Telefon.

Geschäftsführung - Aufsichtsrat

Michael Aufhauser ist Präsident, Vorstandsvorsitzender und Vorstand in einer Person für die drei Privatstiftungen

Dieter Ehrengruber ist seit 2005

sowie in den Stiftungen Stellvertreter von Aufhauser.

Weiteres Mitglied im Vorstand ist Ex-FPÖ-Vizekanzlerin Susanne Riess.

Aufhauser befand sich im Sommer 2015 nach einem Aortenaneurysma im Frühjahr 2015 in einer bayerischen Reha-Klinik. Außer Ehrengruber kann niemand über seinen Gesundheitszustand Auskunft geben. Ehrengruber wird in Zukunft in allen operativen Bereichen die Leitung über "Aiderbichl" haben, und Aufhauser sich - sobald genesen - auf eine Repräsentationsrolle zurückziehen werde. Dies sei ohnehin geplant und abgesprochen gewesen, die lebensgefährliche Erkrankung Aufhausers ist nur "dazwischengekommen", wie Ehrengruber sagt.

Quelle