Leserbrief

Mündliche Matura neu denken

Die schriftlichen Reifeprüfungen gingen ohne viel Aufsehen über die Bühne. Angedrohte Warnstreiks und Protestkundgebungen von Schülervertretern und Schulaktivisten, betreffend die mittlerweile wieder verpflichtenden mündlichen Examen, ebbten rasch ab. Und dennoch, es ist höchste Zeit, den in die Jahre gekommenen Modus der mündlichen Reifeprüfung als solches neu zu denken und zeitnah ein adäquates Setting dafür zu etablieren, um den Herausforderungen der digitalisierten, globalisierten, vernetzten Welt zu genügen.
Weg vom stupiden Auswendiglernen und Büffeln vorgefertigter Lerninhalte! Es gilt, die mündliche Prüfung durch ein Prüfungsgespräch (sog. Diskutantenrunde am Maturatisch mit zwei bzw. drei Prüfungskandidaten, zwei Lehrern, einem externen Experten und einem Vorsitzenden) zu ersetzen. In diesem sollten die Maturanten in spe interaktiv ihre jeweilig fachspezifischen Kompetenzen in gesellschaftspolitische, soziale, geo-ökonomische und umweltbezogene Zusammenhänge stellen und dabei kritisch hinterfragend ihre Sichtweise und ihre rhetorischen, bzw. kommunikativen Skills einbringen.
Unnötig zu erwähnen, Englisch ist längst zur unverzichtbaren, gemeinsamen, globalen Kommunikationsplattform geworden. "A good command of English" ist heutzutage das A und O, um zu reüssieren. Jedem Reifeprüfungskandidaten sollte daher eines der Prüfungsgespräche in dieser Fremdsprache abverlangt werden.

Sepp Schnöll, Lehrer, 5431 Kuchl

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