Benutzer:Archiv/Holzriese am Müllnerberg

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Holzriese am Müllnerberg

Die Holzriese am Müllnerberg ist eine rutschbahnartige Rinne zum Abtransport geschlagenen Holzes aus steilem Gelände, in der das Holz durch seine Schwerkraft zu Tal gefördert wird.[1].

Die bayerische Holzriese

Zum Thema Energieversorgung der Saline Reichenhall im bayrischen Bad Reichenhall gab es mit der Vermessung der Holzriese am Müllnerberg im Jahr 2016 eine interessante Erkundung:

Die Gesamtlänge der Holzriese beträgt ca. 230 Meter, der Höhenunterschied zwischen dem höchsten (754 m ü. A.) und dem niedrigsten Punkt (729 m ü. A.) ca. 25 Meter, wodurch sich ein durchschnittliches Gefälle von sechs bis sieben Prozent ergibt. Nachdem die eigentliche Riese, die Holzrutsche, natürlich nicht mehr vorhanden ist, ist die Besonderheit dieser Anlage die Unterkonstruktion, die nicht, wie sonst üblich, aus Holz errichtet war, sondern aufwändig in Form einer Trockenmauer mit einer durchschnittlichen Mauerstärke von 1,80 Meter gebaut war und die heute im Gelände noch gut sichtbar ist. Am tiefsten Geländeeinschnitt beträgt die Höhe ca. 1,50 Meter. Die gesamte Anlage ist so gebaut, dass der Beginn der Riese am Fuße eines Steilhanges angelegt wurde, wo man das im darüber gelegenen Wald geschlägerte Holz hinunter geführt, vermutlich auf Blöchergröße (90 cm) geschnitten und dann auf die Riese gelegt hat.

Wegen des Wasserreichtums in der unmittelbaren Umgebung ist es denkbar, dass man auch Wasser auf die Riese geleitet hatte, um die Reibung zu verringern. Die Riese endete an einem teilweise fast senkrecht abfallenden Steilabhang, wo die Blöcher wohl annähernd bis zur Saalach hinunter stürzten. In einer Landkarte aus dem Jahre 1616 ist die Anlage bereits als „Holzrißen“ bezeichnet, womit wir einen Terminus besitzen. Dass diese Holzriese in die Karte aufgenommen wurde, verdeutlicht, dass es sich nicht um eine übliche vollständig in Holz errichtete Riese handelte, sondern um eine aufwändige Konstruktion.

Es deutet auch darauf hin, dass es keine, wie sonst üblich, kurzlebige Einrichtung war, sondern auf Grund der besonderen topographischen Situation der Bringungsmöglichkeiten in diesem Bereich eine Dauereinrichtung geworden ist (und daher wohl auch in Stein ausgeführt wurde). Man nimmt an, dass die Anlage wenige Jahrzehnte nach der Verstaatlichung der Saline und nach der Organisation des Forstwesens ab den 1520er-Jahren entstand und vermutlich bis in das 19. Jahrhundert in Betrieb war[2]

Quellen

Fußnoten

  1. siehe Eintrag in der deutschsprachigen Wikipedia zum Thema "Holzriese"
  2. Absatz laut Johannes Lang