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Bernd Hüsers

Bernd Hüsers

Bernd Hüsers (* 1957 in Niedersachsen, Deutschland) ist Trauerredner.

Leben

Der gebürtige Niedersachse lebt heute mit seiner Frau, einer Logopädin, und den drei Kindern (Theresa, Mira, Johannes) in Frankenmarkt, Oberösterreich. Nach dem Theologiestudium und dem Zivildienst bei der Caritas in Passau ließ er sich zum Krankenpfleger ausbilden. Er arbeitete am Allgemeinen Krankenhaus (AKH) in Wien und am Salzburger Landeskrankenhaus als katholischer Seelsorger. Dann lebte er zwei Jahre lang als selbstständiger Trauerredner. Seit 2000 ist er Pastoralassistent in der Pfarre Zipf (OÖ).

Vorgestellt

Antigone und Tobit: Diese beiden Gestalten scheinen Bernd Hüsers ganz wichtig zu sein. Jedenfalls führt er sie stets an, wenn er auf seine Arbeit als Trauerredner angesprochen wird.

Antigone hat, so will es die griechische Mythologie, ihren Bruder verbotenerweise begraben und dafür ihren eigenen Tod in Kauf genommen. Tobit aus dem Alten Testament begrub Israeliten und wurde dafür von den Machthabern verfolgt. Jemanden "würdig" zu begraben, sei eben seit jeher ein Werk der "Barmherzigkeit". Bernd Hüsers wird nicht müde, das immer wieder zu betonen. Es gehe darum, dass man miteinander "Pfiat di" sagen könne, "wie am Bahnhof".

Trauerreden hält Hüsers dann, wenn kein Pfarrer bereitsteht. Meist sind es Verstorbene, die keiner Kirche angehört oder der Kirche den Rücken gekehrt haben, auf die der Niedersachse den Nachruf hält. So nennt er sich auch einen "Notnagel", der bereitstehe wenn es der Wunsch des Verstorbenen war, dass die Kirche nicht kommt.

Seit 1990 ist Hüsers Trauerredner. Friedhöfe kennt er mittlerweile viele, häufig wird er zu Begräbnissen auf dem Salzburger Kommunalfriedhof gerufen.

Bei der Vorbereitung setzt er sich eine Stunde mit den Angehörigen zusammen. Der Nachruf am Grab ist dennoch nicht immer einfach. "Ich bin ja der Einzige, der den Verstorbenen nicht gekannt hat. Da kann man schon in Fettnäpfchen treten." Schwierig sei es vor allem, wenn junge Menschen plötzlich aus dem Leben gerissen wurden, "weil der Schmerz der Angehörigen dann so groß ist, dass kein Wort sie trösten kann". Mitunter wird Hüsers auch mit Erbstreitigkeiten konfrontiert. Trotzdem betont der dreifache Familienvater, dass ihn seine Arbeit zufrieden mache.

In seinen Nachrufen verbindet Hüsers, der namentlich die Bücher des deutschen Theologen und Kirchenkritikers Eugen Drewermann schätzt, eigene Gedanken mit fremden. Er zieht Liedtexte Reinhard Meys heran ("Über den Wolken"), liest aus Hermann Hesses Vergänglichkeitslyrik ("Stufen") und zitiert Bert Brecht: "Nur eines möcht' ich nicht: dass du mich fliehst."

Bestatter sagen, Hüsers gebe sich redlich Mühe, jeder Trauerrede eine ganz persönliche Note zu geben. Die ruhige Stimme ist bei diesem "Beruf" gewiss hilfreich, um seine Botschaft an die Hinterbliebenen zu vermitteln, die da lautet: "Es wird wieder gut, aber eben anders, nicht wie vorher."

Quelle

  • Salzburger Nachrichten (Thomas Hödlmoser)