Gedenkdienst

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Gedenkdienst ist ein Zivilersatzdienst, der seit 1992 von zivildienstpflichtigen Männern anstelle des Zivildienstes und von nicht zivildienstpflichtigen Freiwilligen geleistet werden kann. Seit einigen Jahren können auch Frauen Gedenkdienst leisten. Als Nichtzivildienstpflichtige allerdings in einem anderen rechtlichen Rahmen und unter schlechteren finanziellen Bedingungen.

Geschichte und Gegenwart

Der Gedenkdienst in Österreich wird 2012 20 Jahre alt. Er beruht auf einer im Jahr 1992 geschaffenen gesetzlichen Grundlage und gibt Zivildienstpflichtigen die Möglichkeit, einen Zivilersatzdienst in Form eines Auslandseinsatzes zu leisten. Gedenkdienst wird in Forschungsstellen, Gedenkstätten, Opferbetreuungseinrichtungen und pädagogischen Institutionen wie der Ungarischen Auschwitz Stiftung – Holocaust Dokumentationszentrum in Budapest, der Internationalen Jugendbegegnungsstätte in Oświęcim/Auschwitz, dem Anita Müller-Cohen Elternheim in Tel Aviv, dem United States Holocaust Memorial in Washington, DC, oder dem Vilna Gaon Jewish State Museum in Vilnius in Litauen u.a. geleistet.

Der Gedenkdienst findet organisatorisch im Rahmen von Vereinen statt. Der Verein Gedenkdienst als erster von heute drei in Österreich existierenden Organisationen, die sich die Entsendung von Gedenkdienern zur Aufgabe stellen, wurde 1992 vom Historiker Andreas Maislinger gegründet.

Die Entsendung der Gedenkdiener und Gedenkdienerinnen erfolgt mit äußerst bescheidenen finanziellen Mitteln, die sich aus staatlichen Fördergeldern für Zivildienstpflichtige und privaten Spenden zusammen setzen. Ohne Unterstützung durch das private Umfeld der Gedenkdienstleistenden ist ein Gedenkdienst aufgrund der gegenüber dem Zivildienst höheren Kosten (Einsatzorte im Ausland, Reisekosten, Lebenskosten) oft kaum leistbar und im Jahr 2012 kann aus Kostengründen erstmals keine einzige Frau entsandt werden.

Weiterführend

Für Informationen zu Gedenkdienst, die über den Bezug zu Salzburg hinausgehen, siehe zum Beispiel den Eintrag in der deutschsprachigen Wikipedia zum selben Thema

Quellen

  • 60. Ausgabe der Zeitung GEDENKDIENST, Nr. 1/2012