Gneis (Gestein)

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Als Gneis (früher auch Gneus) wird in der Geologie ein festes metamorphes Gestein bezeichnet.

Allgemeines

Der sogenannte Orthogneis ähnelt in seiner Zusammensetzung dem Granit oder dem Granodiorit, während Paragneis aus der Umwandlung von Sedimenten entsteht. Durch die Metamorphose (Umschmelzen im Erdinnern) erhalten Gneise -- ähnlich wie verschiedene Schiefer -- eine deutliche Paralleltextur.

Da Gneis nur in großer Tiefe entstehen kann, kann er nur durch zwei Vorgänge an die Erdoberfläche gelangen:

  • durch erhebliche tektonische Verschiebung von Gesteinspaketen -- vor allem bei Prozessen der [Gebirge|Gebirgsbildung]]
  • oder wenn das überliegende Material erodiert wird und ehemals tiefliegende Schichten zutage treten.

Die Zusammensetzung von Orthogneis hängt jener des Ausgangsgesteins (dem ursprünglichen Granit) ab, der aus den Mineralen Feldspat (über 20 %), Quarz (variabler Anteil) und Glimmer besteht. Das Gefüge kann fein- und grobkörnig sein, zeigt aber bei immer eine Schichtung, manchmal sogar gebänderte Falten.

Beim Orthogneis unterscheidet man nach diversen Glimmerarten zwischen Biotitgneis und Muskovitgneis, bei Anteilen von Cordierit spricht man von Hornblendegneis. Der aus Sedimenten umgewandelte Paragneis kann durch deren Art (neben Sandstein und Grauwacken auch Tonschiefer usw.) eine große Vielfalt aufweisen. Ein Übergang zwischen metamorphen Gneisen und magmatischen Tiefengesteinen wird Migmatit genannt.

Ist das Ausgangsgestein genau bekannt, spricht man von Granit-Gneis, Syenit-Gneis oder Geröll-Gneis. Nach dem Grad der Metamorphose unterscheidet man mit steigender Temperatur (bzw. Umwandlungstiefe) zwischen Epi-, Meso- oder Kata-Gneis. Diese Abstufung ist u.a. durch das Schichtgefüge (die Foliation) erkennbar, weil sich die hellen Feldspäte und Quarze von den dunklen Mineralien unterschiedlich abheben. An der räumlichen Lage der Schieferungsflächen kann man die Richtung der tektonischen Scherkräfte im Erdinnern oder bei der Gebirgsbildung rekonstruieren.

In der Härte sind Para- und Orthogneise ähnlich. Eine grobe Einstufung kann auch der Laie vornehmen: bunte Gneise sind meist Migmatite oder Orthogneise, während die grauen Paragneise sind.

Vorkommen in Salzburg

Gneise sind weltweit verbreitet, v.a. in alten Kontinentalkernen (Kratonen) der Kontinente, und sind dort mit bis zu vier Milliarden Jahren die ältesten Gesteine der Erde. In Salzburg kommen nur jüngere Gneise vor, wo sie in den Zentralalpen (Hohe und Niedere Tauern bei deren Auffaltung durch großräumige Verschiebungen freigelegt wurden.

Quellen

  • Murawski, Hans: Geologisches Wörterbuch, Elsiever-Verlag, München 2004
  • Vinx, Roland. Gesteinsbestimmung im Gelände, Springer-Verlag, Berlin / Heidelberg 2008