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Mineralien

Mikrostufe Anataskristall
Sphen
Bergkristallstufe aus den Hohen Tauern
Epidotstufe von der Knappenwand
Rauchquarzkristall aus dem Felbertal

Salzburg besitzt einen besonders großen Schatz an Mineralien, aber nur wenige Arten - wie Bergkristall, Smaragd oder Epidot - sind allgemein bekannt.

Inhaltsverzeichnis

Einführung

In allen Bezirken des Landes kommen Mineralien vor. Eine besondere Häufung schöner Mineralienstufen findet sich aber in den Gebirgsbezirken und unter diesen ist eindeutig der Pinzgau mit den Hohen Tauern und dem Tauernfenster die mineralienreichste Region. Erwähnenswert sind auch die von mehreren Fundstellen bekannten Radioaktive Mineralien. Mineralien sind nicht nur für Wisschenschaftler und Sammler interessant, sie haben in den letzten Jahren auch im Bereich der Esotherik Bedeutung erlangt.

Die wichtigsten Fundgebiete

Die Hohen Tauern und das Tauernfenster

Die Hohen Tauern, der höchste Gebirgskomplex der Ostalpen, grenzen im Norden an das Salzachtal, im Westen bildet die Birnlücke die Grenze und im Osten der Katschberg. Zusammen mit den Zillertaler Alpen und Teilen der Tuxer Alpen bildet dieses Gebiet ein geologisches Fenster, das sog. Tauernfenster. Es ist das größte tektonische Vorkommen des Penninikums in den Ostalpen, weist eine Länge von ca. 120 km und eine Breite zwischen 40 und 60 km auf. Seine bemerkenswerte geologische Geschichte hat eine enorm große Vielfalt an Gesteinsvergesellschaftungen, an Erzen und an Mineralien geschaffen.

Bereits in urgeschichtlicher Zeit ist davon auszugehen, dass Jäger und Sammler bei ihren Streifzügen auf Mineralien gestoßen sind. Wahrscheinlich schon in der Römerzeit, jedenfalls aber vom Mittelalter an bis in die Gegenwart wurde nach Gold, Silber, Kupfer, Eisen und Arsen gezielt geschürft. Erst seit dem 18. Jahrhundert wird von Mineralienfunden schriftlich berichtet, von Sammlern ist seit dem 19. Jahrhundert die Rede. Für Teile der einheimischen Bevölkerung wurde das Sammeln von Mineralien zu einer nicht unbeträchtlichen Einnahmequelle.

Mineralienvorkommen im Bereich der HohenTauern

Mehr als 200 Mineralien sind in diesem Gebiet nachgewiesen. Sie finden sich großteils in alpinen Klüften und Hohlräumen, sind zum Teil in Gestein eingewachsen oder an Erzmineralisationen gebunden. Bei den archäologischen Ausgrabungen am Magdalensberg in Kärnten, ein bedeutendes ehemaliges Handelszentrum in der römischen Provinz Norikum, wurde eine Anzahl von Bergkristallen gefunden, die – wie auf Grund der Begleitmineralien festgestellt werden konnte – aus dem Gebiet des Ankogels im Gasteiner Tal, bzw. des Hohen Sonnblicks stammen müssen. Einige Tauerntäler haben besonders herausragende Mineralien hervorgebracht: das Untersulzbachtal die weltweit besten Epidotstufen, das Felbertal ist reich an wunderschönen Sphenen, der Smaragd kommt im Habachtal vor, im Gasteinertal findet man schöne Fluoritstufen und in der Rauris herausragende Bergkristall - Stufen.

Berühmte Mineralienfundstellen

Die Smaragdfundstelle Leckbachrinne
Hauptartikel: Smaragd und Smaragdbergbau

Die Leckbachrinne befindet sich im Habachtal im Gemeindegebiet von Bramberg und ist durch die dort vorkommenden Smaragde bekannt geworden. Zeitweise wurden die Smaragde auch bergmännisch abgebaut.

Die Epidotfundstelle Knappenwand

Die Knappenwand liegt im Untersulzbachtal im Gemeindegebiet von Neukirchen am Großvenediger. Hier wurden wunderschöne Epidotstufen entdeckt. Wie im Habachtal wurde auch hier zeitweise bergmännisch geschürft, nach dem das Epidotvorkommen bekannt geworden war. Eine besonders schöne Stufe findet sich im Naturhistorischen Museum in Wien.

Mineralien sammeln im Nationalpark Hohe Tauern

Eines der zahlreichen Konfliktthemen rund um die Entstehung des Nationalparks Hohe Tauern war das in den Gebirgsbezirken seit Jahrhunderten, wenn nicht noch länger übliche Sammeln von Mineralien. Es hatte zuerst den Anschein, als wäre für beides zusammen kein Platz. Das Sammeln von Mineralien sollte in der Kernzone ganz verboten werden. Die Initiative einiger engagierter Sammler, allen voran Josef Papp aus Mittersill, war nach langen Verhandlungen und Auseinandersetzungen erfolgreich. Es wurde eine Übereinkunft getroffen, die im Wesentlichen besagt, dass eine beschränkte Anzahl von einheimischen Sammlern, alle namentlich registriert, in der Kernzone des Nationalparks Mineralien sammeln dürfen. Erst wenn einer aus dieser Gruppe sein Hobby aufgibt, kann ein anderer registrierter Sammler, der auf der Warteliste steht, nachrücken. Es wurden darüber hinaus die Methoden der Gewinnung, die Fundmeldepflicht und die Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern geregelt.

Interessante Mineralienvorkommen außerhalb der Hohen Tauern

  • Bergbaugebiet Felbertal: Die Scheelitlagerstätte weist ebenfalls einige interessante Mineralien wie z. B. Scheelitkristalle, Aquamarin, Smaragd, Calcit, Periklin und andere auf.

Eine kleine Auswahl an Mineralien, die gerne gesammelt werden

  • Quarz mit den Varietäten Farbloser Bergkristall, Rauchquarz, Amethyst (violett) und Citrin (gelb)
  • Adularkristalle
  • Anatas
  • Apatite
  • Aktinolith (auch Strahlstein genannt)
  • Byssolith (Aktinolith in Form von Hornblendeasbest)
  • Calcit in vielerlei Erscheinungsformen
  • Epidot
  • Freigold (kommt leider nur noch selten vor)
  • Granat
  • Hämatit (Eisenrose)
  • Klinozoisit
  • Magnetit
  • Periklin
  • Rutil (auch Schörl genannt)
  • Smaragd
  • Sphen (Titanit)
  • Zoisit
  • u.v.a.m.

Salzburger Museen mit bemerkenswerten Mineraliensammlungen

Bilder

 Mineralien – Sammlung von weiteren Bildern, Videos und Audiodateien im Salzburgwiki

Quellen

  • Mineral & Erz in den Hohen Tauern, Publikation zur gleichnamigen Wanderausstellung, HG Naturhistorisches Museum Wien, 1994
  • Josef Lahnsteiner, Mitterpinzgau, Selbstverlag, Hollersbach im Pinzgau 1962
  • Josef Lahnsteiner, Oberpinzgau, Selbstverlag, Hollersbach 1965
  • Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde, 141. Vereinsjahr, 2001, Selbstverlag, Salzburg 2001
  • Albert Strasser, Minerale Salzburgs, Eigenverlag, Salzburg 1989