Granit

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Der Granit ist das häufigste Festgestein der oberen Erdkruste.

Beschreibung

Er ist ein meist hellgraues, relativ grob-kristallines magmatisches Tiefengestein mit großem, aber variablem Anteil dreier Minerale, die man sich mit dem Spruch Feldspat, Quarz und Glimmer, die drei vergess’ ich nimmer“ leicht merken kann. In Salzburg sind Granitvorkommen selten, doch ist er das Ausgangsgestein von Gneis, aus dem sich große Teile der Zentralalpen (Hohe- und Niedere Tauern) aufbauen.

Granit ist sehr widerstandsfähig und hat eine spezifische Dichte zwischen 2,65 und 2,70 g/cm³. Doch können die verschiedenen Granite in Farbe und Körnung stark variieren - von weißlich und hellgrau bis dunkelgrau, von rötlicher, gelblicher, brauner und manchmal sogar blauer Tönung, von feiner bis zu grober Textur. Die hellgelb bis braunen Feldspat-Kristalle (mm- bis cm-groß) sind meist gut erkennbar, der matt glänzende Quarz nicht immer. Der plättchenartige Glimmer kann dunkel (Biotit) oder hell (Muskovit) sein.

Chemische Zusammensetzung

Die drei Hauptbestandteile (Feldspäte, Quarz und Glimmer) machen je etwa 20–40 % aus. Statt dunklem Glimmer (Biotit) kann es auch heller Glimmer (Muskovit) oder Amphibol sein. Bei den Feldspäten überwiegt der Alkalifeldspat über den Plagioklas. Als Nebenbestandteile können Magnetit und andere Erzmineralien hinzukommen.

Daher kann Granit chemisch (aber nicht aber in der Struktur) anderen Gesteinen ähnlich sein -- etwa dem vulkanischen Rhyolith -- und natürlich dem o.e., fein geschichteten Gneis, der sich bei hoher Temperatur, in großen Tiefen aus Granit bildet.

In der Umgangssprache werden auch ähnlich aussehende Gesteine wie Granodiorit, Diorit, Syenit oder Tonalit als Granite bezeichnet, während die "schwarzen Granite" eher dem quarzreicheren Basalt zuzuordnen sind.

Entstehung und Verwitterung

Granite entstanden durch die Erstarrung von Gesteinsschmelze (Magma) in 3 bis 10 km unter der Erdoberfläche und werden deshalb zu den Tiefengesteinen gezählt (oim Gegensatz dazu kommen die vulkanischen Gesteine als Magma bis an die Erdoberfläche und erstarren erst dort). Die Magmenkammern bilden sich meist in der überwiegend festen unteren Erdkruste, aber nur selten im heißeren, etwas plastischen Erdmantel. Ihr Jahrmillionen dauerndes Aufsteigen wird durch langsame Krustenbewegungen ermöglicht.

Die Erstarrung in der Tiefe erfolgt sehr langsam. Entsprechend den Schmelztemperaturen beginnen sich aus dichten, dunklen Mineralien (v.a. Hornblende und Pyroxen) die ersten Kristalle zu bilden, die aber in der Schmelze absinken. Erst danach kristallisieren Feldspäte und Quarze. Sie reichern sich wegen ihrer geringeren Dichte oben an (magmatische Differentiation) und machen daher den Hauptanteil des späteren Granits aus.

Die erstarrende Schmelze kann Nebengestein beeinflussen oder durch ihre hohe Temperatur dessen Struktur verändern, was die Geologen Metamorphose nennen; die wichtigsten Metamorphite sind Gneise und Schiefergesteine.

Sobald der Granit durch Gebirgsbildung oder tektonische Bewegungen an die Erdoberfläche kommt, beginnt er trotz seiner Härte zu verwittern und durch Eissprengung Klüfte zu bilden. In Tausenden bis Zehntausenden von Jahren entstehen so aus dem kompakten Fels einzelne, oft moosüberwachsene Blöcke (Wollsackverwitterung), wie sie im Wald- und Mühlviertel alltäglich sind. Vereinzelt gelangten sie - z. B. durch Eiszeit und Gletscher - als Findlinge auch in den Salzburger Raum.

Vorkommen und Verwendung

Obwohl Granite das häufigste Festgestein aller Kontinente ist, findet es sich in den Alpen nicht überall. In Mitteleuropa treten sie neben einigen Gebirgsmassiven Gotthard- und Aarmassiv, Mont Blanc oder Südtirol) vor allem in der Böhmischen Masse (Mühl- und Waldviertel, Bayrischer Wald) und in den deutschen Mittelgebirgen (z. B. Fichtel- und Erzgebirge, Thüringer und Schwarzwald) oder im Riesengebirge auf. Als eiszeitliches Geschiebe findet er sich in fast allen Tiefländern Europas.

Gute Bodenbildung gibt es über Granit kaum, sondern eher saure, nährstoffarme Böden. Der sandartige Grus hat jedoch Bedeutung als Industriestoff, Scheuermittel und zum Wegebau. In kompakter Form wird Granit u.a. für Pflasterungen, Fassaden, Tischplatten, Grabsteine, vibrationsarme Messplatten oder in der Bildhauerei verwendet.

Bilder

 Granit – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien auf Wikimedia Commons

Quellen

  • Eintrag in der deutschsprachigen Wikipedia zum Thema "Granit"
  • Maresch, Medenbach: Steinbachs Naturführer, Band 23 Gesteine; Mosaik-Verlag München 1996