Kesselflicker

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Aufwendig geflickter alter Kochtopf
Mehrfach geflickte Kupferpfanne vom Brandstätthof in Taxenbach
Flickstellen an einer alten Kupferpfanne

Kesselflicker oder Pfannenflicker waren mobile Handwerker, die schadhaftes Buntmetallblechgeschirr reparierten.

Allgemeines

Im Bundesland Salzburg wie auch in den umliegenden Ländern war Koch- und Bratgeschirr früher entweder aus Schmiedeeisen oder aus Kupferblech, bzw. aus Messingblech. Auch bestimmte Wasserkessel und große Waschkessel wurden aus Kupferblech hergestellt.

Pfannen und Töpfe

Der tägliche Gebrauch hinterließ besonders am Kochgeschirr seine Spuren. Der Boden des Geschirrs wurde mit der Zeit dünner, schließlich an einer Stelle schadhaft und damit undicht und Henkel und Stiele fingen irgendwann zum „Wackeln“ an, weil die Verbindung zum Topf oder zur Pfanne ausgeleiert war. Neues Geschirr konnte und wollte man sich nicht leisten und so wurden Topf und Pfanne repariert und dadurch wieder gebrauchsfähig gemacht. Gute Stücke wurden nicht nur einmal sondern mehrfach wieder instand gesetzt, was an altem Geschirr noch heute zu sehen ist.

Die Technik

Bei der Reparatur schadhaften Buntmetallgeschirrs kamen im Wesentlichen drei Techniken zur Anwendung: das Löten, das Nieten und das Verzinnen. Mit der Technik des Lötens konnten kleinere Schäden erfolgreich ausgebessert werden. Bei größeren Problemen musste genietet und ganze Blechstücke neu eingefügt oder das Gefäß neu verzinnt werden.

Die Handwerker

Die Kesselflicker kamen wie die Störhandwerker in regelmäßigen Abständen in die Dörfer und zu den Höfen und reparierten das schadhafte Geschirr direkt vor Ort oder an ihrem Lagerplatz.

Noch bis in die 1960er-Jahre des 20. Jahrhunderts war das Auftreten der „Pfannenflicker“ eine allgemein bekannte und manchmal schon ungeduldig erwartete Erscheinung. Heute ist dieses Gewerbe in Westeuropa gänzlich ausgestorben. Noch existierende Teile des einstigen Kochgeschirrs dienen ebenfalls nur mehr als museale Schaustücke, wie in der Rauchkuchl im Heimatmuseum Schloss Ritzen in Saalfelden oder im Vorhaus von Theresia Oblasser in Taxenbach, die die Arbeit der Kesselflicker noch selbst beobachten konnte.

Quellen