Theresia Oblasser

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Theresia Oblasser
Theresia Oblassers Garten

Theresia Oblasser (* 9. April 1941 in Taxenbach) ist eine Schriftstellerin aus dem Pinzgau.

Biographie

Theresia Oblasser wuchs als erstes Kind und einzige Tochter ihrer Eltern mit ihren sieben Brüdern auf dem Greinsberghof, in ca. 1000 m Seehöhe am Großsonnberg in der Gemeinde Taxenbach auf. Sie ging gern zur Schule und begann früh mit dem Lesen, was von ihrer Mutter gefördert wurde. In ihrer Jugend verunglückte die Mutter auf tragische Weise tödlich. Theresia Oblasser arbeitete nach ihrer Schulpflicht auf dem elterlichen Hof. Die Frage einer Berufsausbildung stellte sich damals nicht. Vor ihrer Heirat arbeitete sie ein Jahr lang in einem Haushalt in St. Johann in Tirol. Im Jahr 1965 heiratete sie auf den Brandstätthof, der ebenfalls auf dem Taxenbacher Sonnberg – etwas östlich vom elterlichen Hof – liegt. Theresia Oblasser gebar drei Kinder. Sie arbeitete als Bäuerin und engagierte sich als junge Frau und Mutter in der Pfarre und in der Katholischen Frauenbewegung. Nach der vor einigen Jahren erfolgten Übergabe des Hofes an den jüngsten Sohn ist Theresia Oblasser Altbäuerin. Eine ihrer Lieblingsbeschäftigungen war und ist der Garten, in dem neben Gemüse vor allem Blumen ihren Platz haben. Eine an sich ganz und gar unauffällige Biographie einer Bäuerin. Wenn da nicht das Lesen wäre...

Entwicklung, Mut und Zivilcourage

Das Lesen eröffnete Theresia Oblasser von ihrer Kindheit an eine Welt neben der Alltagswelt. Dort kann relativiert und auf einer Metaebene gedacht werden. Als es in einer kirchlichen Gruppe auf Pfarrebene zu Meinungsverschiedenheiten kommt und Theresia Oblasser aufgrund dieser aus der sonst homogenen Gruppe hinauskomplimentiert wird, gerät sie in eine gewisse Einsamkeit, obwohl sie Kirchenmitglied bleibt. Für sie ist das trotz aller Schwierigkeiten Wende und Anstoß für Neues.

Theresia Oblasser emanzipiert sich nun auch in anderen Bereichen. Über Einladung schreibt sie einen ersten Text in der Zeitung der Österreichischen Bergbauernvereinigung. Da dieser von Rollenkonflikten und der Auseinandersetzung mit Mehrgenerationenfamilie und Kirche handelt, damals im ländlichen Bereich noch Tabuthemen, ist es für sie erneut eine Mutprobe. Sie beginnt auch mit bisher ungewohnten außerfamiliären und außerkirchlichen Aktivitäten. Auf Anfrage arbeitet sie beim Projekt Kalender Inner Gebirg als Autorin und Gestalterin mit. Theresia Oblasser wird auch Mitglied des überregionalen Arbeitskreises der Österreichischen Bergbauernvereinigung. Neben anderen Aktivitäten gestalten die Mitglieder jährlich eine der Ausgaben der vereinseigenen Zeitung. Diese Ausgabe besteht jeweils aus Texten von Bäuerinnen, die sich mit dem gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Leben der Berufsgruppe befassen, ohne sich an Althergebrachtem zu orientieren.

Publikationen

1992

  • Theresia Oblasser bildet Mitte der 1980er-Jahre zusammen mit drei anderen Frauen aus der Region eine „Schreibgruppe“. Gemeinsam wird ein Buch mit eigenen Texten gestaltet: Isolde Ellmauer, Rosa Gruber, Christina Nöbauer, Theresia Oblasser, Rauchzeichen, edition prowinzling, HG arge region kultur Horn, 1992.

1996

  • Zusammen mit Rosa Gruber schreibt und gestaltet Theresia Oblasser 1996 den Band Wetta geh auf und kimm nit, G`schichtn / Saoga / Anekdoten / Mundart aus dem Unterpinzgau und dem Gasteinertal.

2001

  • erscheint der Band Das Weite suchen..., ebenfalls in der edition prowinzling. Autorinnen sind Isolde Ellmauer, Hemma Glittenberg, Rosa Gruber, Theresia Oblasser, Herausgeber ist erneut die arge region kultur in Horn.
  • es erscheinen auch Texte im Salzburger Bauernkalender und anderen Medien wie in der Salzburger Literaturzeitschrift Salz und im Morgenschtean, die Schriftenreihe des österreichischen Dialektinstitutes in Wien. Obwohl sie sich nicht in erster Linie als Mundartautorin sieht, arbeitet Theresia Oblasser auch im Pinzgauer Mundartarbeitskreis mit.

2006

  • Über Initiative des Vereines „Dokumentation lebensgeschichtlicher Aufzeichnungen“ am Institut für Wirtschafts- und Sozialgeschichte in Wien gab der renommierte Verlag Böhlau in der Reihe „Damit es nicht verloren geht“ Theresia Oblassers Kindheitserinnerungen heraus: Das Köpfchen voll Licht und Farben..., Verlag Böhlau, Wien 2006

2010

  • Verlag Bibliothek der Provinz, Lyrikband Heimkommen, ISBN 978-3-900000-49-3
  • Beitrag KIMM GEMMA in Zu Fuß, Geschichten über das Gehen, Hrsg. Manfred Bürstmayr und Gerald Franz, 2010 Promedia Druck- und Verlagsgesellschaft m. b. H. Wien
  • Mundarttexte im Salzburger Bauernkalender 2011 und in "Oida! Der Generationendolmetscher", Verlag Anton Pustet, Salzburg, ISBN: 978-3 7025- 0620-9, Herausgeber: Jochen Höffer (Jugendkoordinator), Pamela Hell (Spektrum), Christian Reisinger(BWS Taxham Maxglan); Susanne Schinagl (ZGB), Thomas Schuster (Spektrum), Steffanie Zauner (ZGB), Redaktion und Lektorat: Gertraud Steiner

2011

2013

  • Eigene Wege, Eine Bergbäuerin erzählt. In der Reihe Damit es nicht verloren geht.., im Böhlau Verlag, Wien Köln Weimar. "Nach den Kindheits- und Jugenderinnerungen, die unter dem Titel Ein Köpfchen voll Licht und Farben...Eine Bergbauernkindheit .. erschienen sind, legt Theresia Oblasser hiermit den zweiten Teil ihrer Lebenserinnerungen vor."

Auszeichnungen

Über die Provinz hinausgewachsen

Theresia Oblasser ist als Mensch und als Autorin eine Persönlichkeit, deren Freundschaft und Wirken in der Region und weit darüber hinaus geschätzt wird.

Quellen

{SORTIERUNG: Oblasser, Theresia}}