Rauchkuchl

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Herdstelle in der Rauchkuchl des Heimatmuseum Schloss Ritzen in Saalfelden
Nachbildung eines Hühnerstalls in der Rauchkuchl im Heimatmuseum Schloss Ritzen

Als „Rauchkuchl“ wurden im Bundesland Salzburg als Küche benutzte Räume bezeichnet, in denen auf offenem Feuer gekocht wurde.

Beschreibung

Auf einem mit Natursteinen aufgemauerten Podest befand sich in einer mittigen Vertiefung die offene Feuerstelle meist an einer der Wände des Raumes. Der aufsteigende Rauch schwärzte die Decke und die Wände der Rauchkuchl. Der Rauchabzug erfolgte ursprünglich durch die Spalten der Holzdecke und der Rauch diente so auch noch zum Dörren von im Obergeschoß gelagerten Feldfrüchten. Später wurden Kamine für den Abzug des Rauches angebracht. Im aufsteigenden Rauch konnten Lebensmittel geräuchert und beispielsweise Räucherspeck hergestellt werden. Rund um die Feuerstelle waren die zum Kochen notwendigen Utensilien abgestellt, wie das Foto einer Pinzgauer Rauchkuchl aus dem Heimatmuseum Schloss Ritzen anschaulich zeigt. Andere Gerätschaften hingen auf Haltevorrichtungen an den Wänden.

Die Behälter mit dem Kochgut – Pfannen oder Töpfe - wurden auf einem schmiedeeisernen Dreibein über dem Feuer platziert. Der Wasserkessel hing auf einer schwenkbaren hölzernen oder schmiedeeisernen Vorrichtung und konnte je nach Bedarf über das Feuer bewegt werden. Die Rauchküche war Koch- und Wärmeraum zugleich und bildete das Zentrum des bäuerlichen Hauswesens, in dem nachts auch die Hühner untergebracht waren. Rauchküchen waren in manch einem Pinzgauer, Pongauer oder Lungauer Bauernhof vereinzelt noch bis in das 20. Jahrhundert hinein in Betrieb.

Quellen