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Komm süßer Tod

„Komm süßer Tod“ ist ein Roman des Autors Wolf Haas (*14. Dezember 1960 in Maria Alm) und spielt in der Stadt Wien.

Autor: Wolf Haas
Erscheinungsjahr: 1998 (2. Auflage 2000)
Verlag: Ro-ro-ro-Rowohlt Verlag Hamburg


Inhaltsverzeichnis

Hauptfiguren – kurzgefasst

Simon Brenner, allgemein bekannt nur als „der Brenner“. Nicht gerade der Traum aller Schwiegermütter mit seinem großen, roten, migränegeplagten Kopf und seiner ständigen Zigarette im Mund. Aber sein Durchhaltevermögen zeichnet den Brenner aus. Und so kommt es, dass er die schwierigsten Fälle immer wieder lösen kann.

Manfred Gross, genannt Bimbo, ein sehr waghalsiger und mutiger Rettungsfahrer, welcher u.a. über Kreuzungen fährt, wenn die Ampel rot ist. Sein Markenzeichen ist ein Halsketterl, welches ihm eines Tages jedoch zu eng wird.

Der Lungauer, ein ehemaliger Rettungsfahrer, sitzt nach einem schweren Unfall im Rollstuhl, ist Aphasiker, bekommt allerdings geistig alles mit. Nach langer Recherche schafft es der Brenner, Kontakt mit dem Lungauer aufzunehmen und mit ihm über alles zu reden. Was damals passiert und wer für den Unfall vom Lungauer verantwortlich ist - das zu erwähnen, wäre ein großer Spoiler.

Der Junior, der Chef der Kreuzretter, welcher unter anderem dem Brenner den Auftrag gibt, nach langen Jahren der Abstinenz wieder einmal Detektiv zu spielen, besonders nachdem der Bimbo ermordet worden ist und es viele Verdächtige gibt.

Handlung

Jetzt ist schon wieder was passiert. Der Brenner arbeitet nun nicht mehr bei der Polizei, sondern als Rettungsfahrer bei den Kreuzrettern. Eigentlich hat er das Detektivspielen an den Nagel gehängt. Aber dann geschieht plötzlich ein Mord. Zeuge des ganzen ist der Rettungsfahrerkollege Hansi Munz, der dem Brenner wenige Wochen später berichtet, wer die Opfer – Stenzel, der Chef der Blutbank und dessen Freundin Irmi - sind. Auf wen hat es der Täter abgesehen? Auf den Stenzel? Oder auf die Irmi?

Nach langem hin und her wird schließlich ein Verdächtiger – der alte Lanz, ebenfalls ein Rettungsfahrer – verhaftet. Doch der Brenner glaubt an dessen Unschuld und beginnt nun auf eigene Faust zu ermitteln. Vielleicht steckt jemand von der Konkurrenz, sprich dem Rettungsbund dahinter? Der Brenner recherchiert an den seltsamsten Plätzen, so zum Beispiel im Lokal „Golden Heart“, dass jedoch für Kreuzretter normalweise tabu ist. Die Folgen für den Brenner sind fürchterlich: Eine Betonwatschen (= eine harte, schmerzhafte Ohrfeige) und drei Wochen durchgehend Dienst. Unter anderem die sogenannten „Scheißhäuseltouren“ (= Routinefahrten z. B. eine alte Dame zu Hause abholen und zur Insulintherapie ins AKH bringen.).

Durch Zufall trifft der Brenner auf einer der „Scheißhäuseltouren“ eine gute Bekannte, die Klara, wieder, welche zur Strahlentherapie ins Krankenhaus fährt. Vor vielen Jahren haben die beiden gerne Musik auf Kassetten gehört, darunter „Komm süßer Tod“ aus der Matthäuspassion von Johann Sebastian Bach. Später stellt sich dann heraus, dass die entsprechende Zeile „Komm süßes Kreuz“ lautet.

Dem Brenner dämmert es lange nicht, wieso sich auf einmal die Todesfälle auf den „Scheißhäuseltouren“ häufen, besonders wenn es sich um ältere, zuckerkranke Menschen handelt. Über einen Bekannten kommt der Brenner an wichtige Informationen heran, welche ihm in diesem Fall sehr weiterhelfen.

Ein weiterer Mord geschieht. Das Opfer ist der Bimbo, welcher erwürgt in einem der Rettungswagen liegt. Nun kann der Brenner nicht mehr länger zuschauen. Er hat auch bereits eine Spur gefunden, welche in die richtige Richtung führt. Dazu kommt noch der Kontakt zum Lungauer, einem ehemaligem Rettungsfahrer, welcher ihm schließlich den entscheidenen Hinweis gibt. Und dann begreift der Brenner auf einmal, warum er die ganze Zeit „Komm süßer Tod“ statt „Komm süßes Kreuz“ gedacht hat und wer im Hintergrund als Täter die Fäden zieht.

Um ein Haar wäre auch noch der Lungauer gestorben, weil er in eine Falle des Täters geraten ist. Doch er hat Glück und wird u. a. dank der Hilfe des Brenner buchstäblich im letzten Augenblick gerettet. Nach diesem Kriminalfall kündigt der Brenner seine Arbeit bei den Kreuzrettern und verlässt Wien.

Komm süßer Tod - Der Film

2000 wird Komm süßer Tod verfilmt, siehe hierzu: Komm süßer Tod Der Film

Rezension 1

Mir gefällt dieser Roman sehr gut. Wolf Haas schildert in seinem unnachahmlichen Schreibstil – beginnend mit „Jetzt ist schon wieder was passiert ...“ - die Erlebnisse des Privatdetektiv Simon Brenner. Aufgrund der detailierten Beschreibungen kann ich mir die Figuren und die Schauplätze sehr gut vorstellen.

Inzwischen ist „Komm süßer Tod“ auch verfilmt worden. Es gibt Unterschiede zwischen dem Roman und der Verfilmung, doch diese hier aufzuzählen, das würde zu viele Spoiler vorneweg nehmen.

Wolf Haas schreibt humorvoll, wobei er besonders die Wortspielereien bevorzugt, weniger die wortlose Situationskomik. Er spricht den Leser/die Leserin auch direkt an: „Jetzt ist schon wieder was passiert. Jetzt pass einmal auf. Nicht dass du glaubst etc.“ Stellenweise hab‘ ich den Roman vor lauter Lachen über die Situationen fast nicht mehr unblättern können. Schade, dass „Komm süßer Tod“ nach 223 Seiten schon zu Ende ist. Doch es gibt weitere Simon-Brenner Krimis, die nicht minder spannend und unterhaltsam wie „Komm süßer Tod“ sind.

Rezension 2

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Quelle