Luise Strasser

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Luise Strasser

Luise Strasser (* 1964 in Salzburg) ist Polizeikommandantin des Lungaus.

Vorgestellt

Blaue Uniform, schwerer Gürtel, Schulterstücke mit den breiten Streifen eines Majors. Golddurchwirkte Schirmkappe neben sich. So sitzt die Kommandantin in ihrem Büro in Tamsweg. Ein Bild, das Respekt gebietet. "Sie wollen mich fotografieren?", fragt Luise Strasser dann. "Warten's, da muss ich mich vorher aber ein bisserl schminken."

Das ist eine Eigenschaft, die die Polizeikommandantin des Lungaus auszeichnet: dass sie in einer paramilitärischen Männerpartie erfolgreich und respektiert ist – und dass sie das erreicht hat, ohne darauf zu verzichten, eine Frau zu sein.

62 Polizisten unterstehen der Offizierin im Lungau, 20 davon sind für die Wintersaison zugeteilt. Keine Frage: Die meisten davon sind Männer. Aber auch eine Handvoll Kolleginnen ist dabei – von den hier stationierten Polizeischülern ist schon fast die Hälfte weiblich.

Strasser als Frau in Uniform ist keine Exotin mehr. Das wird an den Stationen ihres Aufstiegs durch die Hierarchie deutlich: Mitte der 1980er-Jahre bekamen Frauen erstmals die Möglichkeit, sich für die Exekutive zu bewerben. Die Salzburgerin schaffte den Einstieg – und war eine von 35 Damen unter 28.000 Herren bei der österreichischen Polizei.

Als sie sieben Jahre später den Dienstführendenkurs besuchte, saß unter 25 Teilnehmern einer Kursklasse immerhin schon je eine Frau. "Wieder sieben Jahre später, das war 2000, habe ich den Offizierskurs auf der Sicherheitsakademie gemacht. Da war das Verhältnis zwischen Männern und Frauen bereits eins zu zehn."

Mittlerweile ist Strasser Allrounderin: Sie hat in Sachen Mord, Betrug und Spurensicherung gewerkt, sie war für Verwaltung und Logistik in Stadt und Land zuständig. Stets waren ihre Vorgesetzten Männer, und nicht jeder davon ein Sensibelchen. Ärger über die Machos gab es nicht wirklich. "Ich hatte nie das Gefühl, dass ich als Frau benachteiligt wurde", sagt Strasser.

Neugier und Lust auf Neues bezeichnet sie als ihre besonderen Eigenschaften. Nicht sicher ist für Strasser, ob ihre Karriere auch möglich gewesen wäre, wenn sie Kinder bekommen hätte. "Gewisse Dinge hätte ich dann wohl einfach nicht machen können, das ist wohl so." Ist sie eine strenge Chefin? Angeschrien habe die Frau Major, sagt sie, noch nie jemanden. Außer ein Mal – und da sei es berechtigt gewesen. "Ich sag mal so . . . lassen's mich nachdenken . . . Ich fordere schon Leistung ein. Aber ich gebe auch viel Feedback – positives und negatives."

Dass sie überhaupt eine Chefin wurde, verdankt sie ihrer Zielstrebigkeit und eben der Bereitschaft, immer wieder Neues zu lernen. "Ich will nicht betriebsblind werden. Wenn mir angeboten wurde, mich einer neuen Abteilung zuteilen zu lassen, habe ich das stets gemacht." So auch jetzt: Als Bezirkskommandantin vertritt sie bis zum Sommer Major Felix Gautsch, der im Kosovo Dienst tut. "Ich bin schon ehrgeizig. War ich immer. Ich versuche einfach, meinen Weg zu gehen."

Quelle

  • Salzburger Nachrichten (Christian Resch)