Milchwirtschaft

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Milchkannen auf einem alten >Milchbankerl< am Taxenbacher Sonnberg
Milchbehälter der Pinzgau-Milch in Maishofen
Almbutter, in traditionellen Holzmodeln geformt. Schaunbergalm, Niedernsill
Reifende Bergkäselaibe im Kaskeller des Kasplatzls in Aschau in Nordtirol

Unter Milchwirtschaft versteht man die gewerbliche Produktion von Milch und Milchprodukten.

Beschreibung

Milchwirtschaft ist eine bestimmte landwirtschaftliche Produktions- und Erwerbsform. Sie besteht in der Haltung von milchproduzierenden Nutzvieharten wie Rinder, Ziegen, Schafe oder auch Pferde. Dabei bemächtigt sich der Tierhalter teilweise oder zur Gänze der von den Muttertieren für die Aufzucht des eigenen Nachwuchses produzierten Milch, um sie gewinnbringend zu verkaufen.

Vermarktung

Die Milch wird entweder zur Kälberaufzucht verwendet, als Rohmilch an eine Molkerei geliefert, an andere Kunden verkauft, oder zu Milchprodukten wie Käse oder Joghurt veredelt und ab Hof, über einen Laden oder über eine Genossenschaft veräußert. Innerhalb der EU ist die Milchwirtschaft durch Milchpreisregulierungen, Lieferkontingente und zahlreiche weitere Regulative streng geordnet.

Milchwirtschaft im Bundesland Salzburg

Auch im Bundesland Salzburg unterliegt die Milchwirtschaft zahlreichen Regulativen wie z. B.Lieferquoten, bei deren Nichteinhaltung strafweise Abgaben zu entrichten sind. Gemäß dem Grünen Bericht Salzburg, die Jahre 2007 bis 2009 betreffend, ist der Anteil der Salzburger Milchlieferanten seit dem EU-Beitritt um 30 % zurück gegangen. Seit 2007 verkleinert sich die Zahl der Lieferanten jährlich um 100 und lag im Jahr 2009 bei rund 4 400 Betrieben. Dennoch ist der Rückgang niedriger als in Österreich.

Im Bundesland Salzburg wird die Milchwirtschaft von bäuerlichen Familienbetrieben getragen. Auch die Almwirtschaft hat hier für die Milchwirtschaft eine nicht unwesentliche Bedeutung. Die im europäischen Vergleich kleinen Betriebe weisen aber „hohe Fixkosten bei der Milcherfassung, der Qualitätssicherung und der Lieferantenbetreuung“ auf, was gemäß Grünem Bericht zu einem beträchtlichen Wettbewerbsnachteil für die Salzburger Milchverarbeiter führt.

Eine Chance für die Salzburger Bauern ist die Produktion von Biomilch. „2009 wurden 104.393 t Biomilch von 1.667 Biobauern angeliefert, was 37 % der Gesamtanlieferung von Salzburg bedeutet. Dieser Trend ist stark steigend, was sich erfreulicherweise sehr gut auf den Milcherzeugerpreis auswirkt, liegt doch der Biomilchzuschlag je nach Verarbeitung zwischen 4,0 und 8,45 Cent/kg.“

Erwähnenswertes

Nischenprodukte wie Ziegen- oder Stutenmilch ermöglichen in Zeiten steigender Allergien und Nahrungsmittelunverträglichkeiten einigen wenigen darauf spezialisierten Betrieben das Überleben.

Quellen

  • Grüner Bericht Salzburg 2007 - 2009